Optionen in Videospielen – Kann denn Auswahl Sünde sein?

Manchmal schnappt man so Sätze auf, über die denkt man erstmal gar nicht großartig nach. Nicht etwa, weil man ihre Botschaft verdrängen müsste, nein: einfach, weil sie so richtig klingen und im ersten Moment keinerlei Anstoß erregen.

Einer dieser Sätze stammt von dem auf GameFusion nicht zum ersten Mal auftauchenden YouTube-Videospielkritiker NawVecBdK (alias Niklas Grubert). In mehreren Diskussionen erklärte er privat und öffentlich: “Optionen sind NIE ein Fehler.” So schnell, wie er begonnen wurde, endet der Satz auch schon, und man kann dagegen eigentlich nichts einwenden. Oder?

Was Niklas damit meint: es könne kein Kritikpunkt sein, wenn ein Videospiel mehrere alternative Auswahlmöglichkeiten anbietet, zum Beispiel einen Easy Mode für Dark Souls oder einen Wechsel der Sprachausgabe innerhalb von The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Es geht mir in diesem kleinen Text nicht darum, Niklas persönlich anzupöbeln, ihm explizit zu antworten oder ihm zu unterstellen, diesen Satz als Grundsatzphilosophie immer und unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Vielmehr möchte ich diese Position, die vielleicht auch eure ist, ernstnehmen und im besten Falle eine kleine Diskussion darüber antreiben, wie wir Videospiele verstehen. Mein Ansatz ist da nämlich ein etwas Anderer.

[Weiterlesen]