[Review] The Secret World

The Secret World

Nun erscheint also mit The Secret World das bereits dritte MMO von Funcom, die sich bereits mit Age of Conan einen Namen machen durften und für ihre eher unkonventionellen Ideen bekannt sind. Auch diesmal wurden einige innovative Ansätze eingebaut, der offensichtlichste ist wohl zunächst das Setting: reale Städte unserer Welt mit einem Fantasy-Touch. Lest bei uns, ob und warum es sich lohnt, diesen Titel zu spielen.

Ein Krieg im Verborgenen

Zunächst beginnt ihr – wie in jedem Rollenspiel üblich – mit der Charaktererstellung. Also fix die Lieblingshaarfarbe ausgesucht, die Frisur sowie das Gesicht angepasst und den Körper mit ein paar Tattoos geschmückt. Doch als nächstes wählt ihr überraschenderweise nicht eure Klasse oder Rasse, sondern werdet lediglich gefragt, welcher Geheimgesellschaft ihr euch anschließen wollt. Davon gibt es drei und sie kämpfen gegeneinander auf der ganzen Welt. Ihr beginnt eure Reise abhängig von eurer gerade eben getroffen Wahl: Als Illuminate in New York, als Templer in London oder als Drache in Seoul. Allerdings hat eure Wahl kaum Einfluss auf euer Spielerlebnis, denn die Startgebiete unterscheiden sich kaum voneinander, sodass ein neuer Anfang mit einem weiteren Charakter lediglich kleinere Unterschiede bietet, die sich vor allem in der Philosophie des jeweiligen Geheimbundes manifestieren.

Doch als erstes seht ihr ein kurzes Video, das erklärt, wer ihr seid und warum ihr Fähigkeiten besitzt, die von den meisten Menschen nicht einmal verstanden würden. Danach geht es auch schon gleich los und eure erste Aufgabe lautet ganz simpel „Komm zum Hauptquartier“. Der Weg dorthin wird als Tutorial genutzt, in dem ihr die Grundlagen erlernt. Wie zum Beispiel Laufen, Ausrüsten, Missionen annehmen und verstehen, sowie natürlich das Kämpfen. Das funktioniert schon fast konservativ, wie in den heutigen MMORPGs üblich: Man kann bis zu sechs aktive und sechs passive Skills ausrüsten. Die aktiven werden dabei mit den zugewiesenen Zahlen auf der Tastatur oder per Mausklick aktiviert, wohingegen die passiven Fähigkeiten lediglich einige Boni geben.

Von Magie und Schrotflinten

Im Hauptquartier angekommen könnt ihr nun die ersten Skill- und Fähigkeitenpunkte vergeben, mit denen ihr den Grundstein für einen Magier, einen Fern- und/oder einen Nahkämpfer legt. Theoretisch kann man jedoch auch alles nach und nach erlernen und eine gewisse Mischung der Fähigkeiten ist sowieso am schlauesten. Ihr könnt nämlich bis zu zwei Waffen gleichzeitig tragen und stimmt dann für den optimalen Kampf die zwölf Skills auf eure Waffen ab. Nach einem Kampf sammelt ihr auch Erfahrungspunkte, die allerdings vorrangig dazu dienen, dass ihr in eurer Geheimgilde aufsteigt und so neue Fähigkeiten freischaltet.

Ein wirklich brauchbares Feature sind die schnell wechselbaren Builds. Zum Beispiel rüstet ihr euch mit einem Schwert und einer Schrotflinte aus, was gegen einige Gegner sehr stark ist, gegen andere wiederum fast nutzlos. Doch das ist nicht schlimm, denn man kann verschiedene Skillbuilds inklusive Ausrüstung speichern und mit nur wenigen Mausklicks wechseln um für jede Situation bereit zu sein. So wechselt ihr schnell zu Hammer und Pistole und unterstützt das ganze mit Chaosmagie. Oder aber ihr aktiviert eure Blutmagie um euch und eure Gruppenmitglieder etwas zu heilen. Für unterschiedliche Quests sind eben unterschiedliche Fähigkeiten gefragt.

Apropos Quests: Es gibt sieben Arten von Quests, die sich untergliedern in Story- und Actionquests, Instanzen- und PvP-Missionen, Erforschungs- und Sabotageaufträge, sowie die Sammelaufgaben. Wirklich notwendig, um im Spiel voranzukommen, sind dabei lediglich die Storyquests. Doch auch die anderen Missionen sollten beachtet werden, da sie unter anderem Skill- und Fähigkeitenpunkte als Belohnung mit sich bringen, die euch dann Zugang zu neuen oder verbesserten Skills und Fähigkeiten geben. Leider kann man pro Questtyp nur eine Aufgabe annehmen, was zwar bedeutet, dass man auf der einen Seite sein Logbuch nicht mit 30 und mehr Aufträgen überlädt, auf der anderen Seite jedoch zu unnötig langen Fußmärschen führt, denn Mounts oder sonstige Fahrzeuge gibt es nicht. Außerdem vergisst man auch ab und zu den einen oder anderen Questgeber, da man zuvor dran vorbeilaufen musste, da man gerade keinen Platz für diese Art von Mission hatte.

Mann gegen Mann oder Mann gegen Monster?

Für viele Spieler sind Instanzen das wichtigste PvE-Element in MMOs und auch in The Secret World wird damit nicht gegeizt: Fünf Spieler können sich zusammen schließen, um durch Instanzen zu streifen, die selten Trashmobs, dafür häufig starke Gegner aufweisen. Allerdings gibt es keinen Heiler per se, lediglich die Blutmagie bietet die Möglichkeit, Lebenspunkte zu regenerieren. Auch kann man gestorbene Charaktere nicht wiederbeleben lassen, sondern muss dafür Wiederbelebungspunkte benutzen.

Wer kein allzu großer Fan von PvE ist und trotzdem auf Online-Rollenspiele steht, wird sich vermutlich auf PvP stürzen. Auch dafür findet man im Spiel viele Möglichkeiten, die sich alle in zwei Arten von Schlachtfeldern gliedern lassen: Da gibt es einmal die kleineren Gebiete, in denen ihr zum Beispiel Capture the Flag nach altbekannten Abläufen spielt. Die anderen Gebiete sind im Vergleich dazu sehr groß und dort tobt ein ständiger Krieg zwischen den drei Fraktionen. Wer strategische Punkte erobert, bekommt dadurch nicht nur einen Vorteil in diesem Gebiet, sondern kann für die eigene Geheimgesellschaft auch noch wichtige Buffs ergattern.

Der letzte große Aspekt in The Secret World ist das Crafting, mit dem ihr euch selbst eure Ausrüstung zurecht schneidert beziehungsweise schmiedet. Die Materialien dafür werden entweder von Monstern gedroppt oder können durch Zerlegung von Items erstellt werden. Zunächst müsst ihr diese Materialien aufwerten, indem ihr fünf Stapel der gleichen Art zusammen legt. Dadurch könnt ihr die Qualität auf bis zu fünf Stufen erhöhen. Damit müsst ihr dann – ähnlich dem Minecraft-Prinzip – die Gegenstände im dazugehörigen Fenster nachbilden und noch ein Item-Kit hinzufügen. Je höher die Stufe dieses Item-Kits, desto besser ist auch eure ercraftete Ausrüstung.

Fazit

Es gibt nicht wirklich viel Negativs über The Secret World zu berichten: Die langen Laufwege sind nervig, aber dauern nicht ewig. Das Crafting ist am Anfang sehr kompliziert, aber nach einer gewissen Einarbeitungsphase geht auch das leicht von der Hand. Das selbe gilt für das Fähigkeitenrad, das zunächst unübersichtlich wirkt, sich jedoch schnell als perfekt herausstellt. Dazu gibt es eine wirklich dichte Atmosphäre, eine gute, wenn auch nicht herausragende Grafik und eine flüssige Engine. Außerdem noch ein wirklich interessantes und innovatives Setting. Das alles summiert sich zu einem wirklich guten Spiel, das über Monate und Jahre fesseln kann, wenn man sich denn darauf einlässt und Funcom und EA weiterhin daran arbeiten, denn derzeit ist der Endcontent etwas mau und die unterschiedlichen Fraktionen spielen sich doch zu ähnlich.

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