[Review] Pokémon Art Academy

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Entwickler: Headstrong Games
Publisher: Nintendo
Plattform: Nintendo 3DS
Release: 4. Juli 2014

Die Art Academy genießt weltweit eine sehr hohe Reputation. Unter anderem aus diesem Grund haben sich bisher viele junge Talente dort eingeschrieben, um ihrer Kreativität neuen Schwung zu geben und von den großen Meistern der Kunst noch vieles dazuzulernen. Nun hat eine weitere Akademie eröffnet, die sich auf das Zeichnen von Pokémon spezialisiert hat. Als Pokémon-Fan und jemand, der in Sachen Malen und Zeichnen durchaus noch einige Tipps gebrauchen kann, habe ich mich an der „Pokémon Art Academy” eingeschrieben und verrate euch im Folgenden, ob sich die Studiengebühren lohnen.

Nachdem ich vor der Akademie meine neue Kommilitonin Emily kennengelernt habe, ging es auch schon los. Professor Albrecht hat uns freundlich begrüßt und mit einer Zeichnung von Pikachu konnten wir direkt mal zeigen, was in uns steckt. In den Lektionen wird uns anhand statischer 2D-Vorlagen Schritt für Schritt gezeigt, wie die einzelnen Pokémon zu zeichnen sind, von den Umrissen mit dem Konturstift bis zu den kleinen Details. Hierbei sind auf dem Touch-Screen die einzelnen Bereiche mit gestrichelten Linien markiert, damit man sich orientieren kann. Dabei hat der Prof natürlich auch immer einen nützlichen Hinweis parat, wie man schwierige Stellen besonders gut meistert. Habe ich doch mal einen kleinen Fehler gemacht, kann der letzte Schritt einfach per L-Taste rückgängig gemacht werden.

Während wir am Anfang nur Portraits von Pokémon gezeichnet haben, kamen etwas später dann schon Ganzkörper-Zeichnungen. Diese sind natürlich deutlich aufwendiger, das Ergebnis hinterher zu betrachten, macht einen aber auch umso zufriedener. Wir blicken nun auch nicht immer nur frontal auf die Pokémon, sondern zeichnen sie auch aus anderen Blickwinkeln und lernen, mit Tiefe umzugehen. Außerdemer lernen wir Techniken wie Schattierung und Linienführung. Auch insgesamt kann man sagen, dass der Schwierigkeitsgrad immer fordernder wird. Emily ist aber auf jeden Fall schlechter als ich. Nach jeder Lektion zeigt sie mir, was sie zustande gebracht hat, und ich denke mir jedes Mal, sie sollte sich besser ein neues Hobby zulegen.

Was die verfügbaren Werkzeuge angeht, so ist die Auswahl wirklich unglaublich groß. Viele verschiedene Malutensilien sind in allen erdenklichen Farben und Größen vorhanden. Gut zu wissen, dass meine Studiengebühren offenbar nicht umsonst waren. In den Lektionen lernen wir nach und nach, die einzelnen Werkzeuge richtig zu benutzen, damit wir auch später im freien Zeichnen richtig gute Kunstwerke hinbekommen. Dort können nach Belieben alle Werkzeuge genutzt werden und auch Vorlagen in Form von über 100 Bildern stehen einem zur Verfügung. Außerdem können eigene Bilder per SD-Karte als Vorlage dienen. Fertige Zeichnungen aus den Lektionen können im freien Zeichnen geladen und noch mal bearbeitet werden. Im Modus Schnellskizze lernen wir, Pokémon schnell zu skizzieren. Das macht mir aber ehrlich gesagt nicht so viel Spaß und die Ergebnisse sehen im Gegensatz zu den richtigen Zeichnungen auch nicht so atemberaubend aus. Das liegt entweder daran, dass es eben nur Skizzen sind oder an meinen Fertigkeiten.

Alle Zeichnungen, die man im Laufe seiner Zeit an der „Pokémon Art Academy” anfertigt, werden in einem Album gesammelt. Dieses eignet sich besonders gut, um sich noch mal einen Überblick zu verschaffen, wie man im Laufe der Zeit (hoffentlich) besser geworden ist oder, um vor Freunden anzugeben. Die Bilder können praktischerweise auch direkt im Miiverse gepostet oder auch auf SD-Karte gespeichert und dann je nach Belieben weiterverwendet werden.

Bringt einen die „Pokémon Art Academy” denn jetzt weiter? Nach einigen konzentrierten Stunden muss ich sagen, dass ich schon gemerkt habe, mit der Zeit ein Gefühl für das Zeichnen zu bekommen. Die über 40 Lektionen mit den einzelnen Schritten, die langsam immer schwieriger werden, sind gut konzipiert und die große Auswahl an unterschiedlichen alten und neuen Pokémon wirkt sehr motivierend. Es sei noch erwähnt, dass die „Pokémon Art Academy” im Gegensatz zu den bisherigen Akademien ihr Hauptaugenmerk auf die Illustration legt, nicht auf klassische Kunst und Gestaltung.

Profis lernen vermutlich nichts Neues mehr dazu, aber jeder angehende oder fortgeschrittene Künstler lernt hier mit Sicherheit noch den ein oder anderen Trick. Wer dazu noch Pokémon-Liebhaber ist, kommt umso mehr auf seine Kosten. Kleiner Kritikpunkt: Das Talent ist im Lieferumfang nicht enthalten. Aber der Titel versprüht Charme, ist motivierend und verleitet unter Umständen auch dazu, sich mal abseits des 3DS mit Papier und Stift zu bewaffnen, um das Gelernte in die Tat umzusetzen. Leider hat man ja häufig nicht so viel Malwerkzeug daheim. Durch die nötige Konzentration und Genauigkeit ist dies übrigens kein Titel für unruhige Bus- oder Bahnfahrten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Nintendo-Online.

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