Mark macht Meinung: Splatoon-amiibo-Collection und Update-Inhalte

Splatoon Logo weiß

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amiibo – kaum ein Begriff spaltet die Nintendo-Fangemeinde zur Zeit mehr als dieses niedlich klingende Wort. Doch was dahinter steckt, wissen wir alle: Schweiß, Tränen und das verzweifelte, permanente Aktualisieren des Browserfensters, um die begehrten Figuren zu ergattern. Manche sind siegreich, viele gehen jedoch leer aus und sind – wenn ihnen das Glück online nicht hold war – auf den stationären Handel angewiesen. Doch auch dieser wird scheinbar willkürlich und nur in geringer Zahl mit den Figürchen bestückt.

Glücklicherweise war ich schnell genug, mir sämtliche „Splatoon“-amiibo vorzubestellen. Die Tatsache, dass es den Inkling-Tintenfisch nur in der Special Edition zusammen mit dem Spiel gibt, stieß mir zunächst sauer auf, da ich all meine Wii-U-Spiele bevorzugt im eShop kaufe. Glücklicherweise erbarmt sich jedoch ein Kumpel und kauft mir das Spiel ab – somit kann ich doch zur digitalen Version greifen und auf meinem Regal bleibt mehr Platz für weitere amiibo.

Mission inkpossible

Der bisherige Nutzen von amiibo in den unterstützen Spielen variiert von „kaum erwähnenswert“ bis „ganz nett“, doch als die hochwertig wirkende Splatoon-Collection angekündigt wurde, ahnte ich bereits, dass sich der Kauf diesmal auch abseits des Deko-Effekts lohnen würde.

Alle drei amiibo schalten je zwanzig Herausforderungen frei, wobei diese mit einer bestimmten Waffen-Gruppe bestritten werden müssen. So nutzt man Roller-Waffen (Inkling-Junge) oder ist mit Konzentrator-Waffen (Inkling-Mädchen) unterwegs. In den Missionen, die der Inkling-Tintenfisch freischaltet, kann man sich zwar in den unbesiegbaren Tintentitan verwandeln, der in normalen Modi als Spezialwaffe fungiert, hat dafür aber nur einen begrenzten Tintenvorrat zur Verfügung. Gerade letztere amiibo-Harausforderungen scheinen ihrem Name alle Ehre zu machen.

Ist man erfolgreich, winken tolle Preise: für jede abgeschlossene Mission erhält man nicht nur Geld, sondern auch exklusive Ausrüstung und – sollte man alles meistern – drei weitere Retro-Minispiele, die man über den Arcade-Automaten in Inkopolis oder vor einer Online-Schlacht zocken kann. Somit haben amiibo in „Splatoon“ verhältnismäßig großen Nutzen, doch umgekehrt bleiben die Inhalte denjenigen verschlossen, die schier keine Chance hatten, die amiibo zu erwerben. Bleibt zu hoffen, dass Nintendo für ausreichend Produktionsnachschub oder zumindest für Ersatz sorgt – in Form von amiibo-Karten oder digitalen Erwerbsmöglichkeiten.

Splatoon Inkopolis

Geupdatete Strategie

Ich habe bereits davon berichtet, wie mich die „Splatoon“-Direct mit der Vorstellung der unterschiedlichen Spielinhalte begeisterte, doch es wird nicht alles zum Launch verfügbar sein. Nintendo wird in regelmäßigen Abständen nach dem Release von „Splatoon“ Updates anbieten, die den Umfang kontinuierlich erweitern. Dieser Zug ist nicht nur für Nintendo untypisch, da so fertige Elemente erst zugänglich gemacht werden, wenn man eine gewisse Zeit in Inkopolis verbracht hat. Der Onlinemodus „Rangkampf“ wird so erst per Update nachgereicht, wenn Nintendo entscheidet, dass genügend Spieler mit ihrem Inkling mindestens Stufe 10 erreicht haben. Da für jede Online-Partie acht Spieler benötigt werden, scheint diese Vorgehensweise noch logisch. Doch auch anspruchsvollere Arenen, weitere Waffen und neue Tintenfisch-Modi werden laut „Splatoon“-Direct „alle paar Wochen“ nachgereicht, ebenso wie weitere Online-Modi. Zusätzlich erwartet alle „Splatoon“-Fans im August ein großes Spiel-Update, nach dem auch Online-Klecksereien mit Freunden organisiert werden können. Es sei zu beachten, dass alle Updates völlig kostenlos sein werden. Doch was bezweckt Nintendo damit, scheinen doch viele Funktionen fertig entwickelt zu sein?

Fair Trade?

Bei der „Global Testfire Demo“ merkte man schnell, dass es in „Splatoon“ zahlreiche unterschiedliche Vorgehensweisen gibt, je nachdem, für welche Taktik man sich entscheidet. Jedes Waffenset besteht aus Haupt-, Sekundär- und Spezialwaffe, außerdem kann man sich mit Mode-Accessoires ausrüsten, um gewisse Attribute (wie beispielsweise Tinteneffizienz oder Schwimmtempo) zu verbessern. Bei einem solch umfangreichen Arsenal kann man schnell die Motivation verlieren, da die Gefahr besteht, nicht mehr durchzublicken. Dadurch, dass Nintendo weitere Elemente nach und nach serviert, haben alle Spieler dieselben – zunächst begrenzten – Möglichkeiten und es bleibt ausreichend Zeit, ein wenig herumzuprobieren und die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten kennenzulernen. Die Grundrisse der fünf von Beginn an verfügbaren Arenen werden sich sicherlich schnell in die Köpfe einbrennen, weil sie ja häufig genutzt werden. Kennt man ein Areal in- und auswendig, kann man auch verschiedene Taktiken anwenden und ist nicht mehr damit beschäftigt, sich zurechtzufinden. Dadurch, dass neu hinzukommende Arenen auch anspruchsvoller gestaltet sind, werden die Lernkurven der Spieler parallel steigen. Auch neue Waffen werden von allen Spielern zeitgleich entdeckt und gemeistert – so geht Fairness!

Zielt Nintendo mit dieser Vorgehensweise zwar vor allem darauf ab, einen kontinuierlichen Fluss an spannenden Inhalten bereitzustellen, will man offensichtlich aber auch potenzielle Wii-U-Besitzer dazu motivieren, sich Konsole und „Splatoon“ endlich anzuschaffen, um zum Kreis der sich stetig verbessernden Tinten-Schützen zu gehören. Durch den Online-Fokus des Spiels, der auch Splatfeste umfasst – in denen man sich für eines von zwei Teams entscheidet und dafür in die Schlacht zieht – wird das Gefühl eines kompetitiven Kollektivs vermittelt, ein Teil dessen man unbedingt sein sollte. Es bleibt abzuwarten, ob diese Taktik genug Hype generiert, um steigende Hardware- oder zumindest zahlreiche Software-Verkäufe zu generieren. Außerdem wird es in ein paar Monaten interessant sein, zu sehen, wie viele Inhalte tatsächlich in welchem Umfang nachgereicht wurden und ob es bei kostenlosen Updates bleibt. Ich bin jedenfalls zuversichtlich und traue es Nintendo zu, all dies ausreichend durchdacht zu haben.

Das GamePad ist bereits geladen und entsichert – ich werde mich definitiv zu denen zählen, die es am 29. Mai nach Inkopolis zieht. Folgt ihr mir oder seid ihr noch unsicher? Was denkt ihr über Nintendos Downloadhäppchen-Strategie? Hinterlasst doch einen Kommentar und lasst es mich wissen.