[Review] New Style Boutique 2:
Mode von Morgen

NewStyleBoutique2_Titel

Entwickler: Nintendo SPD Group No.2, syn Sophia
Publisher: Nintendo
Plattform: Nintendo 3DS
Release: 20. November 2015
Das Spiel wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.

Was passiert, wenn man von der Oma einen seltsamen Schlüssel geschenkt bekommt und mit diesem ihr altes Puppenhaus öffnet? Richtig, man wird zur Mini-Version seiner selbst geschrumpft und von einer jungen Frau in ein sehr modisches Paralleluniversum eingeladen. So schräg beginnt New Style Boutique 2. Das eigenständige, kreative Leiten einer kleinen Boutique hat sich schon im Vorgänger sehr großer Beliebtheit erfreut und der Nachfolger setzt alles daran, alles etwas größer und alles etwas besser zu machen.

Die Rahmenhandlung ist leider auch dieses Mal nicht sonderlich nennenswert, auch wenn sie mit dem Paralleluniversum, in welches man quasi hineingeschrumpft wird, ziemlich abgefahren ausfällt. Aber es wird wohl kaum jemanden geben, der dieses Spiel wegen seiner guten Story spielt, und deshalb wird dieses kleine Manko problemlos wieder ausgebügelt. Erstaunlich frisch, schöner und belebter ist hingegen die Stadt, in der man durch das Knüpfen von Kontakten und fleißigem Einkleiden viele kleine, süße Geschichten am Rande erleben kann, die dem Ganzen einen sehr lebendigen Touch verleihen. Hierdurch fühlt man sich – trotz lahmer Story – toll in die Welt eingebunden.

Augen auf bei der Berufswahl

Aber nun zum Wichtigsten: dem Spielprinzip. Wünsche der Kunden erfüllen und sie in unserer Boutique einkleiden – das haben wir im Vorgänger hundert- oder gar tausendfach getan und das ist auch nach vielen Spielstunden nicht langweilig geworden. Um aber frischen Wind in die Reihe zu bringen und den Fans noch mehr Möglichkeiten zum Austoben zu geben, kann man nun sage und schreibe fünf Berufe ausüben, und das sogar gleichzeitig. Unsere mit dem recht umfangreich ausgefallenen Charakter-Editor erstellte junge Dame ist also ein echtes Multi-Talent, was sie nach und nach unter Beweis stellen darf. Anfänglich leitet man nur die Boutique, dann geht es in den Friseursalon und sehr bald kommen die passenden Berufe Make-Up-Stylistin und Model dazu. Sogar als Designerin darf man sich später versuchen. Das braucht natürlich einige Stunden und viele zufriedene Kundinnen, um sich die Bereiche nach und nach freizuschalten. Zudem stellt man leider schnell fest, dass es – mal abgesehen von der Boutique – recht große Beschränkungen in Sachen Auswahl gibt, die es mit weiterem enthusiastischen Stylen zu beseitigen gilt.

NSB2

Die Leitung der Boutique bekommen wir gleich am Anfang von der unmotivierten Ex-Leiterin übertragen und können uns schon sehr bald auf der altbekannten Modemesse mit sämtlichen Klamotten eindecken, die wir gerne an die Frau bringen wollen. Auch hier werden die Läden erst nach und nach freigeschaltet, dies geht aber recht flott. Im Laden gilt es dann, wie gewohnt, die Wünsche der Kundinnen zu erfüllen. Diese wissen meistens ganz genau, was sie wollen, und so sucht man ihnen dann das gewünschte Top oder den Pullover aus dem praktischen Menü heraus, das vielfältige Filteroptionen besitzt und so das Suchen nicht schwer macht. Hierin liegt aber für meinen Geschmack auch das größte Manko, denn die Damen wissen immer zu genau, was sie wollen. Nur ganz selten kommt mal jemand vorbei, den wir komplett einkleiden dürfen oder der nur so eine vage Ahnung von einem Kleidungsstück hat. Das schränkt das Spielerlebnis leider sehr ein und auch wenn es immer wieder Spaß macht, neue Klamotten zu bestellen und sie an die Damen zu bringen, die immer gleichen und beschränkten Wünsche konnten bei mir nicht denselben Spaß wie der Vorgänger wecken, bei dem ich mich weitaus freier gefühlt habe.

Aber vielleicht gibt es ja auch deshalb die vielseitigen anderen Berufe, so kann man schließlich jederzeit hin und her wechseln, wenn man mal etwas Anderes sehen möchte. Die Friseurin spielt sich insofern spannend, als man den Wunsch der Kundin in einem kleinen Multiple-Choice-Gespräch erfährt und ihr dann entsprechend dieser gesammelten Infos aus einer großen Auswahl an Frisuren das Richtige heraussuchen muss. Auch bei den Frisuren gibt es Unterkategorien, so muss man zum Beispiel aus vielen Ponys den Richtigen wählen, entscheiden ob es Locken sein sollen, Strähnchen machen und und und – das fand ich wirklich klasse.

Beim Stylen des Make-Ups sieht es hingegen leider nicht ganz so einfallsreich aus. Hier bekommt man ein Foto vorgesetzt und muss passend danach aus Lidschatten, Eyeliner, Lippenstift und Co. das Passende heraussuchen. Auch hier kommt nur ganz selten mal eine Dame vorbei, die wir komplett nach unserem Ermessen umstylen dürfen. Letztendlich dürfen wir uns noch als Model und als Designerin versuchen, wobei das Modeln im Prinzip darauf hinausläuft, dass man sich einkleidet und dann möglichst elegant über den Laufsteg balanciert. Man kann dabei mit dem Publikum interagieren, aber das war es dann auch schon. Die tollen Modeschauen aus dem Vorgänger sind nur noch in abgespeckter Form enthalten, wenn es auch toll ist, dass man nach der Systemzeit gerichtete Themen und Möglichkeiten geboten bekommt. Letztendlich wäre da dann noch das Designen und da kann man dann richtig kreativ werden. So ist es beispielsweise möglich, eigene Logos zu entwerfen, wobei die Optionen hier am Anfang arg begrenzt sind. Hier muss man erst mal fleißig arbeiten, bevor man mehr machen kann, und das zieht sich ganz schön.

NSB2 Splatoon

Um diesem enorm umfangreichen Gesamtpaket – es gehen einem nie die Optionen oder Möglichkeiten aus – noch ein Sahnehäubchen hinzuzufügen, gibt es im Spiel die sogenannte „Verrückte Villa“, die im Prinzip wie ein kleines Puppenhaus funktioniert und in der wir uns mit Miniaturen beim Einrichten so richtig austoben können. Die Miniaturen sammelt man im Laufe des Spielverlaufs oder kann sie sich im entsprechenden Laden anfertigen lassen. Die Villa bietet aber noch mehr Funktionen, so können die Räume beispielsweise vermietet werden oder Ihr teilt sie mit anderen Spielern.

Der Stil und die Grafik von New Style Boutique 2 sind in einem sehr süßen und quietschbunten Stil gehalten, aber das passt irgendwie perfekt zum Spiel und den Charakteren, die die bunte kleine Stadt Fashionville besiedeln. Was man natürlich auch nicht vergessen sollte, ist die tolle Foto-Funktion, mit der man seinen Charakter in den verschiedensten Situationen fotografieren und so seine tollsten Outfits präsentieren kann. Über Spotpass liefert Nintendo regelmäßig exklusive Kleidungsstücke nach und wenn man das ein oder andere Amiibo, wie zum Beispiel Kirby, besitzt, so kann man sich auch dadurch noch ein paar exklusive Gegenstände sichern.

Fazit

Man merkt schon, die Möglichkeiten in New Style Boutique 2 sind vielfältig und überraschen mit tollen Features und jeder Menge Abwechslung. Einige Sachen wurden im Vergleich zum Vorgänger allerdings gestrichen. So finde ich es persönlich besonders bitter, dass man nun keinerlei Männermode mehr hat, aber andererseits gibt es nun mit den fünf verschiedenen Berufen und dem Einrichten der Verrückten Villa so viel zu tun und zu erleben, dass die gestrichenen Features nicht so sehr weh tun. Auch wenn die Langzeitmotivation an einigen Stellen etwas durchhängt und die Freiheit beim Spielen etwas eingeschränkt wurde, so hat New Style Boutique hiermit doch einen mehr als würdigen Nachfolger bekommen.

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