Ein paar Fragen zum Tetris-Film

Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass der Videospielklassiker Tetris als »epischer Sci-Fi-Thriller« verfilmt werden soll. Ich bin vermutlich nicht der erste Mensch, dem sich dazu ein paar Fragen auftun.

Erstens: Wie kommt man auf diese Idee? Da ist also morgens jemand aufgewacht und dachte sich: »Oh man! Es gibt so viele schlechte Videospiel-Verfilmungen. Wird mal wieder Zeit für etwas Gutes. So wie Pixels! Wie wäre es denn mit [kurze Gedankenpause] Tetris? Oh ja, das mache ich!« Wie hat er es geschafft, diesen Gedanken vor sich selbst zu rechtfertigen? Warum hat er sich nicht selbst für verrückt erklärt? Jan Böhmermann würde sagen: Brainstorming zu früh abgebrochen.

Zweitens: Wie erklärt man das alles potentiellen Produzenten, Darstellern oder überhaupt der ganzen Crew? Und wer macht denn bei sowas mit? Sieht das irgendwie nach einem erfolgsversprechenden Konzept aus?

Drittens: Welche Story soll erzählt werden? Und jetzt kommt mir bloß nicht mit irgendwelchen hanebüchenen Theorien, dass Tetris bestimmt voll die deepe Story hat. Da fallen Steine vom Himmel und lösen sich am Boden wieder auf. Schluss, aus, fertig! Wer da jetzt irgendwas reininterpretiert, sollte sich ein Hobby suchen.

Nachdem der Film bereits 2014 angekündigt wurde, sollen die Dreharbeiten nächstes Jahr beginnen. Ich gebe mal eine kleine Prognose ab, wie das am ersten Tag am Set laufen wird:

O kommt gerade frisch geschminkt aus der Maske, S und Z hüpfen nach einem kurzen Techtelmechtel eilig aus ihrem Wohnwagen. Licht, Kamera und Ton sind soweit startklar, alles wartet auf das Kommando des Regisseurs. Plötzlich äußert ein Kabelträger-Praktikant vorsichtige Bedenken: »Ist das nicht totale Scheiße?«

Ein Raunen geht durch die Crew. Dann lassen alle ihre Arbeitsgeräte fallen und gehen langsam nach Hause. Auf dem Weg hat jeder Mitarbeiter mindestens drei Ideen für bessere Videospiel-Umsetzungen.