[Review] Super Mario 3D World

Super Mario 3D World

Als Super Mario 3D World erstmalig angekündigt und etwas Ingame-Material gezeigt wurde, war ich ehrlich gesagt zunächst gelangweilt. Was man dort sehen konnte, hat mich einfach nicht gepackt und ich dachte, es wäre bloß ein weiterer Ableger der Serie ohne neue Ideen. Doch das Gegenteil sollte der Fall sein. Nachdem weitere Trailer veröffentlicht wurden, habe ich mich plötzlich wahnsinnig auf den Titel gefreut. Ob die Freude berechtigt war? Das schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Spätestens, wenn man mal gesehen hat, wie Mario im Katzen-Outfit durch die Level läuft und an allen möglichen Wänden hochklettert, ist die Kaufentscheidung ja eigentlich schon gefallen. Selten gab es etwas Süßeres zu sehen und Katzen sind ja generell schon das größte Kaufargument, das existiert. Aber Super Mario 3D World bietet natürlich noch so einiges mehr, das es wert ist, einen Blick spendiert zu bekommen.

Die beiden Galaxy-Teile waren in ihrer Kreativität, was die Gestaltung der Level angeht, ja schon extrem großartig und Super Mario 3D World kann da locker mithalten. An jeder Ecke entdeckt man ein kleines Detail, das einen zum Schmunzeln bringt. Es gibt wirklich viele Neuheiten, die es ins Spiel geschafft haben. Das fängt mit den durchsichtigen Röhren an, die beim Fortbewegen noch mal ein ganz anderes Gefühl aufkommen lassen und auch neue Arten der Interaktion ermöglichen, geht über diverse neue Outfits, wirklich coole Leveldesigns, neue Gegner und endet dann irgendwann bei einem großartigen Soundtrack und einer fantastischen HD-Optik mit gelungenen Lichteffekten.

[Weiterlesen]

Eine Stunde mit Pokémon X

Für die Kollegen von Nintendo-Online.de habe ich mich ins Abenteuer gestürzt und die erste Stunde aus Pokémon X aufgezeichnet. Die Spoiler halten sich stark in Grenzen, daher ist das Video auch für alle geeignet, die sich nicht groß informieren wollen, bevor sie das Spiel selbst zocken. Viel Spaß beim Anschauen!

[Review] BEYOND: Two Souls

beyond-two-souls

Jody Holmes ist leider nicht mehr so richtig Frau ihrer Sinne. An einige Dinge kann sie sich nicht mehr erinnern und bei den noch vorhandenen Erinnerungen fällt es ihr schwer, sie in die richtige Reihenfolge zu bringen. Doch zum Glück sind wir ja da. Wir begleiten Jody, durchleben ihre Erinnerungen noch mal und hoffen darauf, dass am Ende ein vollständiges Bild dabei herumkommt. Wir begleiten Jody ungefähr ab ihrem sechsten Lebensjahr bis hin zu ihren Mittzwanzigern. Das Stilmittel des achronologischen Erzählens ist ja nichts Neues, aber man darf durchaus sagen, dass BEYOND dieses Stilmittel ganz besonders gut einzusetzen weiß.

Schon im ersten Kapitel, das wir erleben, wird klar: Jody ist nicht allein. Niemals. Eine gewisse Existenz ist ihr ständiger Begleiter, und das schon seit ihrer Geburt. Bis wir erfahren, warum das so ist, vergeht natürlich eine Weile. Solange versuchen wir, die Vorteile der Anwesenheit dieser Existenz auszunutzen. Wenn die sechsjährige Jody beispielsweise keinen Keks von ihrer Mutter bekommt und das Glas viel zu weit oben steht, bitten wir einfach Aiden – so heißt die Existenz -, uns einen vom Kühlschrank zu holen. Praktisch, oder? Per Knopfdruck wechseln wir auf Aidens Ansicht und können von nun an durch die nähere Umgebung schweben. Hier lässt sich mit allerhand Gegenständen interagieren, um anderen Leuten zum Beispiel Angst zu machen oder sie abzulenken. Aiden kann aber auch von Menschen Besitz ergreifen und ihre Handlungen bestimmen, oder sie aber auch direkt umbringen. Was man mit welcher Person machen kann, ist allerdings vom Spiel vorgegeben. Man darf also nicht wahllos alle Menschen töten, die einem begegnen, auch wenn das manchmal ganz praktisch wäre.

Von der Story möchte man gar nicht allzu viel verraten. Nur so viel: Die CIA ist sehr interessiert an Jody und ihren Fähigkeiten. Und wenn sie dann im Auftrag ebenjener Organisation im Kriegsgebiet umherschleicht, ist es manchmal schade, bestimmte Wachen nicht direkt töten zu können. Doch natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, an ihnen vorbeizukommen. Entweder man schleicht sich von hinten an und überwältigt sie, oder man ergreift mit Hilfe von Aiden einfach Besitz von deren Kollegen und lässt diese die anderen erschießen.

[Weiterlesen]

[Review] Batman: Arkham City – Game of the Year Edition

Batman: Arkham City

Im Jahre 2009 erschien Batman: Arkham Asylum und konnte sich weltweit über 2,5 millionen mal verkaufen, was zunächst wie ein Überraschungshit wirkt, jedoch nahtlos am Erfolg der populären Kinofilme “Batman Begins” und “The Dark Knight” anknüpfte. 2011 erschien dann mit Batman: Arkham City der Nachfolger des Spiels und konnte die bereits hochgesteckten Erwartungen erfüllen. Nun erscheint ein Jahr später die Game of the Year Edition, die neben dem ursprünglichen Hauptspiel auch eine ganze Reihe an Bonusmaterial und Erweiterungen enthält. Ob sich der Kauf lohnt und ob die Zusatzinhalte tatsächlich für weiteren Spielspaß sorgen, haben wir für euch ausführlich getestet.

Ich bin der Batman!

Die Geschichte des Hauptspiels ist schnell erzählt: Nachdem die Stadtverwaltung die Irrenanstalt Arkham Asylum geschlossen hat, musste ein Ersatz gefunden werden, um mit den Oberschurken und ihren Handlangern fertig zu werden. Deshalb wurde extra ein eigener Stadtteil, „Arkham City“ genannt, am Rande Gothams erbaut und durch riesige Mauern von der restlichen Bevölkerung abgetrennt. Dort leben jetzt sämtliche Kriminelle des Batman-Universums: der Riddler, Poison Ivy, Two-Face, Batmans ehemaliger Mentor Ras Al Ghul, der Antragonist des neuesten Batman-Movies Bane, sowie natürlich der Joker – der Erzfeind Batmans schlechthin. Die Story beginnt an dem Punk, an dem Bruce Wayne vom Anstaltsleiter Hugo Strange entführt und ebenfalls nach Arkham City gebracht wird. Von nun an fliegt die Fledermaus erneut von Dach zu Dach und erledigt nicht nur die Superschurken ihrer Zeit, sondern versucht auch noch dahinter zu kommen, was genau vor sich geht, denn eins wird schnell klar: Es gibt einen fiesen Plan, der Arkham City und letztendlich ganz Gotham bedroht.

Wer bereits den ersten Teil gespielt hat, der wird sich sofort einfinden können. Neben der intuitiven Steuerung hat man erneut Zugriff auf die typischen Batman-Hilfsmittel: Der Detektiv-Modus hilft beim Finden von Spuren; Batmans Lieblingswaffe zum Ausschalten von Schurken über Distanz – der Batarang – ist ebenfalls mit von der Party, genauso wie die Greifhaken-Pistole, mit der er sich nach oben ziehen kann. Natürlich gibt es auch wieder die Riddler-Rätsel, die neben der Hauptstory für viel Knobelspaß sorgen. Dazu kommen die genretypischen Kämpfe gegen Gruppen von Gegnern, sowie die beliebten Boss-Fights, in denen man eher mit Köpfchen, als mit Buttonmashing vorgehen sollte. Grundsätzlich ist es immer am Klügsten, wenn man sich zunächst eine Strategie zurecht legt, bevor man zum Angriff gegen egal welchen Gegner übergeht, denn nur dann kann man mit der typischen Effektivität zuschlagen, die Batman so einzigartig macht. Natürlich gibt es im Vergleich zum Vorgänger ein paar neue Gadgets, ein paar neue Moves und endlich kann man alles in einem freien Sandbox-Gebiet – ohne den Vorgaben zu folgen – erkunden. Dazu kommen die vielen Haupt- und Nebenmissionen, die das Spiel zu einem würdigen Nachfolger von Arkham Asylum machen.

Game of the Year Edition

Der große Unterschied zwischen der normalen Version und der neu aufgelegten GotY-Edition ist das große Bundle an Zusatzinhalten. Diese sollen für viele weitere Stunden Spielspaß sorgen, sowie den Fans mehr Material liefern, um ihre „Sucht“ zu befriedigen. Hier sind also die Extras:

  • Harley Quinn’s Revenge

Harley Quinn ist bereits aus dem ersten Teil bekannt: Nachdem sie ihr Psychologiestudium mit Auszeichnung absolviert hatte, entschied sie sich dummerweise dafür, den Joker als Forschungsobjekt zu benutzen und bewarb sich im Arkham Asylum als Ärztin. Doch schnell ließ sie sich von ihm in seinen Bann ziehen und verliebte sich in ihn, half ihm sogar bei einigen Ausbrüchen. So wurde sie selbst zur Schurkin und zu Jokers Geliebten. In dem DLC will sie sich an Batman rächen, nachdem dieser wieder einmal den Joker besiegt und hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Also darf man in ungefähr zwei Stunden weiterer Spielzeit erneut antreten und sogar kurzzeitig in die Rolle von Robin schlüpfen. Allerdings trifft man auf die gleichen Handlanger wie im Hauptspiel und auch sonst gibt es nicht viel Neues zu bestaunen, was zwar vom Spielspaß her okay ist, sich jedoch von der Haupthandlung kaum abhebt.

  • Catwoman-Pack

Catwoman ist eine absolute Spitzendiebin und mit Batman verbindet sie eine sehr komplizierte Beziehung. Schließlich ist sie Schurke und er Diener der Gerechtigkeit, doch hat sie ein gutes Herz und so ist es nicht verwunderlich, dass beide etwas füreinander empfinden. Selina Kyle – so ihr bürgerlicher Name – hat eine große Vorliebe für Katzen und lebt mit einem ganzen Haufen davon unter einem Dach. In dem Bonus-Pack darf man in die Rolle der Katzenfrau schlüpfen und in vier Episoden jeweils drei Missionen erfüllen. Außerdem darf man – genau wie Batman im Hauptspiel – vollkommen frei durch Arkham City tigern und Bösewichte verhauen. Die Geschichte rund um Catwoman findet parallel zur Batmanstory statt und wurde sinnvoll und spannend integriert. Mit knapp zwei Stunden Spielzeit und etlichen neuen Riddler-Trophäen, sowie zwei alternativen Batman-Skins macht dieses Pack wirklich viel Freude.

  • Robin-Bundle

Robin ist, genau wie Batman, nicht eine Person, sondern ein Symbol. Schon viele Personen haben Robin verkörpert und Seite an Seite mit Batman gegen allerlei Gesindel gekämpft. Wirklich viel Inhalt gibt es in diesem Bundle jedoch nicht: Ihr dürft lediglich mit Robin auf allen Challange-Karten kämpfen, von denen es hiermit zwei neue gibt – beide durchaus herausfordernd und eher für erfahrene Spieler gedacht. Außerdem gibt es zwei alternative Robin-Kostüme.

  • Nightwing-Bundle-Pack

Nightwing war einst der erste Robin und lernte von Bruce Wayne sämtliche Tricks und Kniffe. Bald schon mauserte er sich zum Anführer der Teen Tians und verließ irgendwann Batman, um als Nightwing effektiv und auch außerhalb von Gotham gegen die Bösewichte zu kämpfen. Genau wie im Robin-Bundle gibt es jedoch auch hier nicht allzu viel Inhalt: Ebenfalls gibt es zwei neue Maps für den Challange-Mode, die beide herausfordernd sind. Dazu kommt ein alternativer Skin für Nightwing. Immerhin besitzt dieser einen eigenen, sehr akrobatischen Kampfstil, der sehr schön anzusehen ist und sich deutlich von den sonstigen Moves abhebt.

  • Arkham City Skins und Challange Pack

In diesem Pack gibt es drei neue Challenge-Maps, sowie ein ganzer Batzen an neuen Kostümen für alle spielbaren Charaktere. Das mag nicht viel sein, doch für treue Fans von verschiedenen Outfits bieten sie ein paar Neuerungen, die sicherlich das eine oder andere Herz etwas hüpfen lassen.

Fazit

Batman: Arkham City war zweifelsfrei eines der besten Videospiele 2011. Mit der Game-of-the-Year-Edition bekommt man nun fünf bis sechs Stunden extra Spielzeit, ein paar neue Kostüme, Rätsel und Challange-Maps. Wer sich bisher das Hauptspiel nicht geholt hat, der sollte definitiv lieber zur Neuveröffentlichung greifen, denn die Extra-Packs machen wirklich Laune. Wer jedoch schon Arkham City besitzt, der dürfte sich eher an die DLCs wenden und sich das heraussuchen, was ihn reizt. Alles in allem ist die GotY-Edition eine gute Idee, die sich halt vor allem an jene richtet, die bisher noch nicht das Vergnügen haten, Arkham City zu spielen.

[Review] Madden NFL 13

Madden NFL 13

In Europa ist Football maximal eine Randerscheinung, doch in den USA ist es das, was hierzulande Fußball ist: Die beliebteste Sportart überhaupt. So ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass Electronic Arts in Amerika am Release-Tag fast eine Million Exemplare von NFL 13 an den Mann bringen konnte. Wir haben für euch getestet, ob dieser Trubel um den neuesten Titel der Serie gerechtfertigt ist und ob sowohl blutige Anfänger als auch alteingesessene Veteranen ihren Spaß haben können.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Eins soll bereits vorweg geklärt werden: NFL 13 erfindet das Rad nicht neu. Wer den Vorgänger kennt, der wird sich sofort wohlfühlen, wenn er denn den Vorgänger mochte, denn es wurde sehr viel einfach übernommen. Natürlich gibt es auch neue Features, sowie hier und da Verbesserungen an den alten Ideen, doch im Großen und Ganzen ähneln sich die Spiele sehr. Doch beginnen wir zunächst mit den neuen Möglichkeiten: Zum ersten Mal überhaupt wird die sogenannte Spielaufmerksamkeit berücksichtigt. Wenn ihr also zum Beispiel einen langen Pass plant, dann wird sich der Receiver die ersten zehn Yards nicht zu euch drehen, sondern mit Vollgas seine Route entlang rennen, wodurch er zunächst nicht anspielbar ist. Je besser und länger eure Verteidiger euch also die Angreifer vom Leib halten, umso mehr Anspielstationen habt ihr mit der Zeit. Das dürfte für jeden Footballfan eine realistische Neuerung sein, die gut ankommt.

Auch neu ist das „Total Control Passing“, das euch mehr Einfluss darauf geben soll, ob und wie der Pass des Quaterbacks fliegt. So könnt ihr den genauen Laufweg des Recievers bestimmen oder Spielzüge kurzfristig abbrechen und durch andere Lauf- und Wurfmöglichkeiten ersetzen, wenn zum Beispiel der eigentlich anvisierte Receiver plötzlich nicht mehr frei steht und ein Wurf somit unsinnig wäre. Ebenfalls neu und lauthals angepriesen ist die KI der Verteidiger, die jetzt mit „Read and React“ zwar etwas besser ihre Verteidigungsart – Mann- oder Raumdeckung – verschleiert, was auf den Spielablauf jedoch kaum Einfluss hat. Apropos KI: Obwohl die Qualität der vom Computer gesteuerten Spieler allgemein recht hoch ist, gibt es doch manchmal einfach unerklärliche Aussetzer. So wirft ein unbedrängter Quaterback den Ball ins Aus, da er keine Anspielstation findet, obwohl er eigentlich direkt vor sich einen freien Raum zum Laufen hätte. Oder ein Reciever bricht einfach aus unerklärlichen Gründen seinen Lauf ab, obwohl der Ball bereits in der Luft ist.

Was ist dieses Football und warum spielt man es mit der Hand?

Von Football gehört hat selbst in Deutschland schon fast jeder, doch nur wenige kennen die Regeln und kaum jemand hat es mal selbst gespielt. Was macht man also, wenn man blutiger Anfänger ist und an und für sich keine Ahnung von Tuten und Blasen hat? Selbst da bietet NFL 13 etwas Abhilfe und zwar mit dem sogenannten Gameflow, mit dem sich Neueinsteiger und eher casual-orientierte Spieler nicht lange in die taktischen Finessen des American Football einarbeiten müssen. Zunächst werden ein paar Vorgaben gemacht: Wollt ihr lieber laufen oder passen? Sollen die Verteidiger aggressiv an die Gegner rangehen? Nachdem ihr schnell ein paar Dinge geklärt habt, werden von nun an für euch die jeweiligen Spielzüge automatisch ausgesucht und wer möchte, darf sogar den Gameplan eines aktuellen NFL-Coaches verwenden. Ein Schwachpunkt bei diesem Feature ist allerdings, dass lediglich der Name des aktuellen Spielzuges angezeigt wird. Wer sich also sowieso nicht auskennt, der weiß auch nicht, was er jetzt bei dem kommenden Spielzug zu erwarten hat. Das ist irgendwie etwas unsinnig, denn Gameflow richtet sich ja absolut an Neulinge, die noch keine Ahnung haben.

Hoch gelobt wurde bereits im Vorfeld die Infinity-Engine, die nahezu Wunder vollbringen sollte: Die Geschwindigkeit eines Spielers in Verbindung mit seiner Masse und der Dynamik sollen für wesentlich realistischere Aktionen sorgen. Dadurch soll kein Spielzug dem anderen gleichen können. Dazu kommt, dass jetzt ein Tackling noch nicht das Ende eines Laufes bedeuten muss. Wer bereits den Vorgänger gespielt hat, dem kommt das nur allzu bekannt vor, denn bereits dort war ein Tackling nicht unbedingt das Ende. Spielerisch hat sich jetzt eigentlich kaum was geändert. Der große Vorteil der neuen Engine ist jedoch im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu übersehen: Animationen wirken jetzt wesentlich realistischer als noch im Vorgänger und Bewegungsabläufe erinnern mitunter schon fast an das wahre Leben.

Ein Mal im Leben so eine Chance

Der Karrieremodus ist wohl wie immer einer der wichtigsten Bestandteile des Spiels und enttäuscht auch diesmal nicht. Statt der im Vorgänger benutzten Varianten „Superstar“ und „Franchise“ trifft man nun allerdings auf den „Connected Careers“-Modus, in dem man alles, was zum Karrieremodus dazugehört, finden kann. Wer möchte, kann sich einen komplett neuen Spieler erstellen, von ganz unten anfangen und sich immer weiter verbessern. Es ist auch möglich, die Rolle eines aktuellen Trainers zu übernehmen und das Team seiner Wahl zum Super Bowl zu führen. Und wem das noch nicht genug ist, der darf sogar eine der zahlreichen Footballlegenden übernehmen und dessen Karriere nacherleben beziehungsweise neu schreiben. Natürlich gibt es auch die altbekannten Spielmodi, die mitlerweile einen festen Teil der Serie ausmachen: Mit dabei sind zum Beispiel Head-to-Head, Madden Moments, Ultimate Team oder Team Play. Wer sich die Xbox 360–Version gekauft hat, der darf sich sogar über Kinect-Sprachsteuerung freuen und via Headset taktische Anweisungen auf das Spielfeld brüllen. Für die PlayStation 3 wurde dieses Feature leider nicht integriert.

Etwas erschlagen wird man von der Möglichkeit, jetzt auch alles über Facebook und Twitter mit seinen Freunden und Neidern zu teilen: Andauernd kann man Spielergebnisse posten oder nach Freunden für ein schnelles Spiel suchen. Für so ziemlich alles, was man offline spielen kann, gibt es auch einen Online-Modus, was heutzutage jedoch schon eher Pflicht als Kür ist, denn wir leben nun einmal in Zeiten des Internets. Ebenfalls zum guten Ton bei EA gehört es ja schon seit Jahren, dass die Kommentatoren immer wieder nervige Phrasen zum Besten geben und dabei nicht nur vielen auf die Nerven gehen, sondern während des Spiels auch ganz gerne mal irritieren. Erfahrene Spieler machen deshalb das Gefasel aus und genießen lieber die gut gelungene Atmosphäre im Stadion.

Fazit

Wie bereits am Anfang erwähnt wurde, erfindet NFL 13 das Rad nicht neu, sondern orientiert sich offenkundig am Vorgänger: Eine gute Spielatmosphäre, viele Spielmodi und eine aufpolierte Engine sorgen mit Sicherheit für viele Stunden Spaß an der heimischen Konsole. Die neuen Features und Veränderungen fügen sich sinnvoll in das Gebilde ein und lassen NLF 12 sozusagen wie vom letzten Jahr wirken. Doch genau das ist auch der wohl größte Kritikpunkt: NFL 13 wirkt eher wie ein großes Update und nicht wie ein neues Spiel. Sollte man sich den Titel also kaufen, wenn man bereits den Vorgänger besitzt? Nun, das muss jeder für sich selbst entscheiden, doch falsch macht man mit dem Kauf auf gar keinen Fall etwas, denn hier bekommt man ein wirklich gutes Spiel mit einigen, kleineren Schwächen geboten.

[Review] Geheimakte 3

Geheimakte 3

Als 2006 das Point’n’Click-Adventure Geheimakte: Tunguska auf den heimischen Bildschirmen erschien, schlug es ein wie eine Bombe und konnte vor allem in Deutschland sehr viele Fans gewinnen. So war es nicht verwunderlich, dass ein Nachfolger gierig erwartet wurde. Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten und schickte Nina und Max erneut auf große Abenteuerreise, konnte allerdings die hochgesteckten Erwartungen der Anhänger nicht gänzlich erfüllen. Nun erscheint der dritte und vermutlich letzte Teil rund um das Paar und das deutsche Entwicklerstudio Animation Arts hat noch einmal ordentlich Verstärkung aufgefahren, denn es wurden sowohl Drehbuchautoren als auch Regisseure engagiert. Ob Geheimakte 3 den hohen Ansprüchen genüge tut oder ob ein unwürdiges Ende gefunden wurde, verraten wir euch im folgenden Test.

Auf Vergangenheit, Gegenwart und eine vielleicht leuchtende Zukunft

Bevor wir uns erneut mit Nina und Max in das Abenteuer stürzen, befassen wir uns zunächst mit einer Gegebenheit, die sehr lange vor unserer Zeit statt fand: Im Jahr 48 vor Christus bekommen wir – ein Dieb und Spezialist für gefährliche Aufträge – die Aufgabe zugeteilt, uns in die Bibliothek von Alexandria zu schleichen und dort alle Schriftrollen zu verbrennen. Nachdem wir uns möglichst unauffällig an etlichen Wachen vorbei geschlichen haben, setzen wir auch schon alles in Brand, wobei dummerweise eine einzige Schriftrolle das Feuer „überlebt“. Und diese Schriftrolle soll tausende Jahre noch einmal von Bedeutung sein.

Zurück in der Gegenwart steht die Hochzeit von Nina und Max bevor, doch zunächst befinden wir uns in einem Alptraum Ninas, der ähnlich verläuft wie das zuvor durchspielte Abenteuer: Irgendwie geht alles schief und auf einmal steht die komplette Hochzeit in Flammen. Doch nachdem sie aus dieser Tragödie erwacht ist, beginnt erst der wahre Schrecken. Max wird direkt vor ihren Augen entführt, denn seine neueste Entdeckung ist mysteriösen Mächten ein Dorn im Auge. Natürlich macht sich Nina sofort auf die Suche nach ihrem Ehemann in spe und beginnt ihre Reise dabei mit Max’ letzten Ermittlungen, die sie zu Emre – einem Freund und Kollegen – und zu einer Ausgrabung in der Türkei bringen. Dort trifft sie auf die Überreste einer alten, aber technisch hochbegabten Kultur, dem legendären Volk vom Nabelberg, welches bereits vor über 10.000 Jahren verschwand. Kurz darauf werden Nina und Emre von einer Horde unbekannter, schwer bewaffneter Männer verfolgt und können gerade so fliehen. Sehr schnell wird eines klar: Der Schlüssel zu allen Rätseln liegt in der uralten Schriftrolle, in der Zahl Pi und vor allem in Ninas Träumen.

Traum oder Realität?

Die Träume Ninas bilden eine zentrale Rolle im Spiel, denn man wird immer in sie hineinversetzt und darf dort Rätsel lösen und Informationen sammeln. Dort trifft man auch auf vielerlei Gesichter, wie zum Beispiel die aus dem ersten Teil bekannten Wächter, aber auch berühmte Persönlichkeiten der Geschichte, wie Leonardo da Vinci. Natürlich sind die Rätsel das wichtigste am Adventure und natürlich sind sie auch diesmal anspruchsvoll und knackig gestaltet. Sollte es einmal zu leicht oder zu schwer erscheinen, hat man die Auswahl zwischen zwei Schwierigkeitsgraden, die – je nach Wahl – das Leben erleichtern oder erschweren. Dabei trifft man vor allem auf die klassischen Rätsel, bei denen es ums Kombinieren, Codeknacken oder Bodenplattenverschieben geht, wobei man natürlich immer wieder gerne um die Ecke denken soll. Dabei wird meistens logisch und rational vorgegangen, doch nicht jede Lösung springt direkt ins Auge. Ab und zu hilft eben nur das stupide Ausprobieren. Allerdings fügen sich die Rätsel nicht immer ins Geschehen ein, denn welchen Kampf Roboter gegen Roboter trägt man schon wirklich mit Schere-Stein-Papier aus? Oder wer würde eine wirklich wichtige Tür zu großen Geheimnissen mit einem einfachen Schieberätsel lösen?

Die Steuerung ist genretypisch ganz einfach mit Maus und ein paar Hotkeys abgedeckt, wodurch man sich schnell und intuitiv zurechtfindet, selbst, wenn man noch blutiger Anfänger ist. Allerdings gibt es auch ein paar wenige negative Aspekte zu beleuchten: Manchmal fehlen einfach die Animationen. Wenn zum Beispiel ein Gegenstand benutzt wird, dieser dann jedoch in der Animation nicht benutzt wird und alles irgendwie von Geisterhand passiert. Auch gibt es leider etwas zu oft Schwarzblenden, die lediglich Aktionen andeuten, wodurch ein paar Zwischensequenzen wegfallen, die sicherlich noch mehr zu der eh schon atmosphärischen Stimmung beigetragen hätten. Wie schon in den Vorgängern können und müssen auch diesmal gefundene Gegenstände miteinander kombiniert werden. Durch eine Hilfefunktion wird sogar angezeigt, welche sinnvoll miteinander verbunden werden dürfen. Allerdings wandert ab und zu ein Gegenstand ins Inventar, der im ganzen Spiel keinen Nutzen hat, was mitunter dazu führt, dass man sich fragt, ob man denn etwas ausgelassen hat. Das ist zwar nicht wirklich negativ, doch durchaus etwas irritierend.

Technik

Grafisch setzt Geheimakte 3 keine neuen Maßstäbe, obwohl es meistens einen guten Eindruck hinterlässt. Das größte Problem sind wohl die Animationen, die ab und zu etwas unrund wirken, sowie manche Flächen, die eher grobschlachtig als anmutig daher kommen. Doch das hat auf den Spielfluss keinerlei Auswirkung und wer darüber hinwegsehen kann, dem wird das auch kaum auffallen. Auffallend ist hingegen die Vertonung, die sich wirklich nicht verstecken muss: Professionelle Sprecher übernehmen die Rollen der Figuren und zaubern so in jedes Gespräch genug Pepp. Einzig und allein die Hintergrundmusik ist etwas spärlich genutzt, doch wird das mit den tollen Geräuschen mehr als nur wettgemacht. Ein Ohrenschmaus, der die dichte Story super unterstützt.

Fazit

Geheimakte 3 kommt mit einer unglaublich fesselnden Story daher und bringt sogar vier alternative Enden mit, wodurch für stetige Spannung und Lust am Weiterspielen gesorgt ist. Dazu kommt eine gute Synchronisation mit herausragenden Sprechern, stimmungsvolle Geräusche und dezente Hintergrundmusik, die für eine gute Atmosphäre sorgt. Leider ist die Handlung etwas zu linear und die Dialoge funktionieren meistens als Zwischensequenzen, wodurch man keine Einflussmöglichkeiten auf Gespräche hat. Letztendlich kann sich der dritte Teil der Reihe nicht mit Geheimakte: Tunguska messen, doch er kommt nahe ran und trotz der manchmal unverständlichen Rätsel und der teilweise grob wirkenden Grafik kann jeder Adventure-Freund getrost zugreifen, denn mit diesem Spiel bekommt er circa neun Stunden sehr guten Spaß und Spannung geboten.

[Review] The Secret World

The Secret World

Nun erscheint also mit The Secret World das bereits dritte MMO von Funcom, die sich bereits mit Age of Conan einen Namen machen durften und für ihre eher unkonventionellen Ideen bekannt sind. Auch diesmal wurden einige innovative Ansätze eingebaut, der offensichtlichste ist wohl zunächst das Setting: reale Städte unserer Welt mit einem Fantasy-Touch. Lest bei uns, ob und warum es sich lohnt, diesen Titel zu spielen.

Ein Krieg im Verborgenen

Zunächst beginnt ihr – wie in jedem Rollenspiel üblich – mit der Charaktererstellung. Also fix die Lieblingshaarfarbe ausgesucht, die Frisur sowie das Gesicht angepasst und den Körper mit ein paar Tattoos geschmückt. Doch als nächstes wählt ihr überraschenderweise nicht eure Klasse oder Rasse, sondern werdet lediglich gefragt, welcher Geheimgesellschaft ihr euch anschließen wollt. Davon gibt es drei und sie kämpfen gegeneinander auf der ganzen Welt. Ihr beginnt eure Reise abhängig von eurer gerade eben getroffen Wahl: Als Illuminate in New York, als Templer in London oder als Drache in Seoul. Allerdings hat eure Wahl kaum Einfluss auf euer Spielerlebnis, denn die Startgebiete unterscheiden sich kaum voneinander, sodass ein neuer Anfang mit einem weiteren Charakter lediglich kleinere Unterschiede bietet, die sich vor allem in der Philosophie des jeweiligen Geheimbundes manifestieren.

Doch als erstes seht ihr ein kurzes Video, das erklärt, wer ihr seid und warum ihr Fähigkeiten besitzt, die von den meisten Menschen nicht einmal verstanden würden. Danach geht es auch schon gleich los und eure erste Aufgabe lautet ganz simpel „Komm zum Hauptquartier“. Der Weg dorthin wird als Tutorial genutzt, in dem ihr die Grundlagen erlernt. Wie zum Beispiel Laufen, Ausrüsten, Missionen annehmen und verstehen, sowie natürlich das Kämpfen. Das funktioniert schon fast konservativ, wie in den heutigen MMORPGs üblich: Man kann bis zu sechs aktive und sechs passive Skills ausrüsten. Die aktiven werden dabei mit den zugewiesenen Zahlen auf der Tastatur oder per Mausklick aktiviert, wohingegen die passiven Fähigkeiten lediglich einige Boni geben.

Von Magie und Schrotflinten

Im Hauptquartier angekommen könnt ihr nun die ersten Skill- und Fähigkeitenpunkte vergeben, mit denen ihr den Grundstein für einen Magier, einen Fern- und/oder einen Nahkämpfer legt. Theoretisch kann man jedoch auch alles nach und nach erlernen und eine gewisse Mischung der Fähigkeiten ist sowieso am schlauesten. Ihr könnt nämlich bis zu zwei Waffen gleichzeitig tragen und stimmt dann für den optimalen Kampf die zwölf Skills auf eure Waffen ab. Nach einem Kampf sammelt ihr auch Erfahrungspunkte, die allerdings vorrangig dazu dienen, dass ihr in eurer Geheimgilde aufsteigt und so neue Fähigkeiten freischaltet.

Ein wirklich brauchbares Feature sind die schnell wechselbaren Builds. Zum Beispiel rüstet ihr euch mit einem Schwert und einer Schrotflinte aus, was gegen einige Gegner sehr stark ist, gegen andere wiederum fast nutzlos. Doch das ist nicht schlimm, denn man kann verschiedene Skillbuilds inklusive Ausrüstung speichern und mit nur wenigen Mausklicks wechseln um für jede Situation bereit zu sein. So wechselt ihr schnell zu Hammer und Pistole und unterstützt das ganze mit Chaosmagie. Oder aber ihr aktiviert eure Blutmagie um euch und eure Gruppenmitglieder etwas zu heilen. Für unterschiedliche Quests sind eben unterschiedliche Fähigkeiten gefragt.

Apropos Quests: Es gibt sieben Arten von Quests, die sich untergliedern in Story- und Actionquests, Instanzen- und PvP-Missionen, Erforschungs- und Sabotageaufträge, sowie die Sammelaufgaben. Wirklich notwendig, um im Spiel voranzukommen, sind dabei lediglich die Storyquests. Doch auch die anderen Missionen sollten beachtet werden, da sie unter anderem Skill- und Fähigkeitenpunkte als Belohnung mit sich bringen, die euch dann Zugang zu neuen oder verbesserten Skills und Fähigkeiten geben. Leider kann man pro Questtyp nur eine Aufgabe annehmen, was zwar bedeutet, dass man auf der einen Seite sein Logbuch nicht mit 30 und mehr Aufträgen überlädt, auf der anderen Seite jedoch zu unnötig langen Fußmärschen führt, denn Mounts oder sonstige Fahrzeuge gibt es nicht. Außerdem vergisst man auch ab und zu den einen oder anderen Questgeber, da man zuvor dran vorbeilaufen musste, da man gerade keinen Platz für diese Art von Mission hatte.

Mann gegen Mann oder Mann gegen Monster?

Für viele Spieler sind Instanzen das wichtigste PvE-Element in MMOs und auch in The Secret World wird damit nicht gegeizt: Fünf Spieler können sich zusammen schließen, um durch Instanzen zu streifen, die selten Trashmobs, dafür häufig starke Gegner aufweisen. Allerdings gibt es keinen Heiler per se, lediglich die Blutmagie bietet die Möglichkeit, Lebenspunkte zu regenerieren. Auch kann man gestorbene Charaktere nicht wiederbeleben lassen, sondern muss dafür Wiederbelebungspunkte benutzen.

Wer kein allzu großer Fan von PvE ist und trotzdem auf Online-Rollenspiele steht, wird sich vermutlich auf PvP stürzen. Auch dafür findet man im Spiel viele Möglichkeiten, die sich alle in zwei Arten von Schlachtfeldern gliedern lassen: Da gibt es einmal die kleineren Gebiete, in denen ihr zum Beispiel Capture the Flag nach altbekannten Abläufen spielt. Die anderen Gebiete sind im Vergleich dazu sehr groß und dort tobt ein ständiger Krieg zwischen den drei Fraktionen. Wer strategische Punkte erobert, bekommt dadurch nicht nur einen Vorteil in diesem Gebiet, sondern kann für die eigene Geheimgesellschaft auch noch wichtige Buffs ergattern.

Der letzte große Aspekt in The Secret World ist das Crafting, mit dem ihr euch selbst eure Ausrüstung zurecht schneidert beziehungsweise schmiedet. Die Materialien dafür werden entweder von Monstern gedroppt oder können durch Zerlegung von Items erstellt werden. Zunächst müsst ihr diese Materialien aufwerten, indem ihr fünf Stapel der gleichen Art zusammen legt. Dadurch könnt ihr die Qualität auf bis zu fünf Stufen erhöhen. Damit müsst ihr dann – ähnlich dem Minecraft-Prinzip – die Gegenstände im dazugehörigen Fenster nachbilden und noch ein Item-Kit hinzufügen. Je höher die Stufe dieses Item-Kits, desto besser ist auch eure ercraftete Ausrüstung.

Fazit

Es gibt nicht wirklich viel Negativs über The Secret World zu berichten: Die langen Laufwege sind nervig, aber dauern nicht ewig. Das Crafting ist am Anfang sehr kompliziert, aber nach einer gewissen Einarbeitungsphase geht auch das leicht von der Hand. Das selbe gilt für das Fähigkeitenrad, das zunächst unübersichtlich wirkt, sich jedoch schnell als perfekt herausstellt. Dazu gibt es eine wirklich dichte Atmosphäre, eine gute, wenn auch nicht herausragende Grafik und eine flüssige Engine. Außerdem noch ein wirklich interessantes und innovatives Setting. Das alles summiert sich zu einem wirklich guten Spiel, das über Monate und Jahre fesseln kann, wenn man sich denn darauf einlässt und Funcom und EA weiterhin daran arbeiten, denn derzeit ist der Endcontent etwas mau und die unterschiedlichen Fraktionen spielen sich doch zu ähnlich.

[Review] Jagged Alliance: Crossfire

Jagged Alliance: Crossfire

Bereits ein halbes Jahr nach dem Erscheinen von Jagged Alliance: Back in Action erscheint mit Crossfire ein Stand-Alone Add-On, das nicht einfach nur ein wenig Zusatzinhalt bietet, sondern tatsächlich mit richtig viel Stoff daher kommt. Neue Waffen, neue Gegenstände, viele neue Missionen und vor allem zehn neue Söldner sollen den Spieler nicht nur bei der Stange halten, sondern ihn stundenlang fesseln. Ob das gelingt, haben wir für euch gestestet.

„Rette mein Land, Geld spielt keine Rolle!“

Mit diesem Satz überfährt euch Banham Atigullah fast, nachdem ihr seinen Anruf entgegen genommen habt. Sein Land wurde von Jeniten übernommen und unser Profil passt genau auf die jetzt zu erledigenden Aufgaben: Khanpaa von den feindlichen Komberttanten befreien und den Anführer der feindlichen Armee, Jurjen Bolazwen, ausschalten. Dafür werden 30.000$ als Startkapital bereit gestellt, mit dem ihr die ersten beiden Söldner anheuern werdet. Zusätzlich bekommt ihr pro Tag einen gewissen Betrag auf euer Konto gut geschrieben, abhängig von der geleisteten Arbeit.

Nachdem das Finanzielle also klar ist, steht ihr auch schon am Rande einer Hafenstadt im Westen des Landes und beginnt euren Zug durch die zu befreienden, strategischen Punnkte des Landes – wie zum Beispiel ein Wasserwerk oder alte Tempelruinen. Immer wieder trefft ihr auf Einheimische, die ihr entweder anwerben könnt, damit sie die eroberten Gebiete vor umherstreifenden Jeniten verteidigen. Oder aber sie arbeiten als Händler und verkaufen Waffen, Monition oder Schutzkleidung. Und natürlich haben sie auch immer wieder kleine und große Aufträge für euch, die meistens darin bestehen, dass ihr Familien- oder Ordensmitglieder finden sollt oder verlorengegangene Gegenstände finden müsst. So kämpft ihr euch also durchs Land, stets auf der Suche nach den Anführer der Jeniten.

Hirnschmalz statt Muskelkraft

Wer den Vorgänger nicht gespielt oder schon wieder alles vergessen hat, sollte, bevor er sich ins Abenteuer stürzt, erst einmal das Tutorial durchspielen. Dabei lernt ihr nicht nur die Grundzüge, wie schießen oder Ausrüstung aufnehmen und benutzen, sondern auch erste kleine taktische Finessen. Wer jedoch Jagged Alliance: Back in Action gespielt hat, der findet sich sofort zurecht, denn die Spielmechanik ist absolut identisch mit dem Add-On.

Bereits der erste Stützpunkt zeigt, dass man mit wildem Geballer nicht weit kommt, denn in Häusern verschanzte Gegner machen Hackfleisch aus euren Söldnern, wenn ihr einfach frontal hinrennt, statt euren Grips zu benutzen. Sinnvoller ist es nämlich, wenn man sich einen Plan zurecht legt und sich anschleicht um zu meuchelmorden, Patroullienwege beobachtet, Wände wegsprengt um sich alternative Eingänge zu verschaffen oder einen Überraschungsangriff von einem Dach aus startet. Selten sind große Schießereien hilfreich, auch wenn sie sich manchmal nicht umgehen lassen.

Kommt es dann zu einem der zahlreichen Schusswechsel, hat man immer noch viel Möglichkeiten zum Nachdenken. Es gibt unterschiedliche Waffengattungen, wie Handfeuerwaffen, halb- und vollautomatische Gewehre, Scharfschützenwaffen, Messer und Säbel. Dazu kommen noch Granaten für jede Situation: Rauchgranaten, um Gegnern die Sicht zu vernebeln, Blendgranaten, um Häuser zu stürmen und Splittergranaten – für denn Fall, dass eine etwas grobere Herangehensweise gefragt ist. Hat man also die Waffe der Wahl ausgerüstet, visiert man als nächstes die Angriffsfläche an: Ein Kopftreffer verursacht den höchsten Schaden, hat jedoch eine geringere Trefferwahrscheinlichkeit als Torso und Beine. Dazu gibt es noch die unterschiedlichen Haltungen beim Schießen: Im stehen mit angelegter Waffe trifft man eher, als wenn man aus der Hüfte heraus schießt, ist dafür im Gegenzug auch etwas langsamer. Im Knien trifft man noch einmal besser, bewegt sich jedoch nur im Kriechgang vort und im Liegen hat man die beste Schussposition, ist jedoch nicht in der Lage, vor anstürmenden Gegnern davon zu rennen.

Neue Gebiete und Altlasten

Absolut neu ist das Setting, das euch diesmal nicht nur in Wüstenregionen versetzt, sondern auch schneebefallene Berge im Petto hat. Auf höchster Auflösung sieht man sogar Fußspuren im Schnee beziehungsweise im Sand, was jedoch leider keine Auswirkungen auf das Spiel an sich hat, denn Gegner ignorieren eure Fußspuren einfach. Trotzdem ist das alles sehr schön anzusehen und die Gebiete sind sehr abwechslungsreich gestaltet.

Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt, denn ein paar negative Aspekte gibt es trotzdem. Manchmal ist die KI einfach nur zum heulen: Manche Gegner tragen lediglich einen Säbel und keinerlei Schusswaffe, was bedeutet, dass sie einfach gerade auf euch zu rennen und hoffen, bei euch zu sein, bevor eure Kugeln sie durchlöchert haben, was gerade am Anfang mit schlechten Waffen gar nicht so unwahrscheinlich ist. Doch auch da gibt es eine einfach Taktik: Einer läuft weg, die anderen schießen.

Schnell nervend werden auch die Stimmen der eigenen Söldner, denn wenn man zum zehnten Mal innerhalb von fünf Minuten in schlechtem französischen Aktzent „Oh noe, isch ‚atte ge’offt, wir würden jetzt nischt auf sie treffèn!“ hören musste, dann stört das nur noch und trägt nicht zur Atmosphäre bei. Außerdem nutzen sich Waffen zu schnell ab, wodurch sie manchmal blockieren und in Schusswechseln dann kurzzeitig nicht feuern. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht in der Lage ist, sie zu reparieren, ist das sehr frustrierend. Trotzdem gibt es auch einige Verbesserungen im Vergleich zum Hauptspiel, wie zum Beispiel die verbesserte Loot-Funktion oder die KI, die trotz der eben genannten Kritik allgemein ein höheres Level erreicht hat.

Fazit

Mit 18 Missionen ist Jagged Alliance: Crossfire sogar etwas umfangreicher als das Hauptspiel. Außerdem gibt es einige Verbesserungen, die alle nett sind – doch leider nicht das, was sich Fans erhofft hatten. So sind die Menus immer noch sehr unübersichtlich gestaltet und eine Schnellspeicherfunktion vor größeren Schlachten gibt es auch nicht. Im Prinzip bekommt man mit dem Add-On das gleiche Spiel wie mit Back in Action, allerdings mit neuen Gebieten und alten Ärgernissen. Wer also das Hauptspiel mochte, der wird auch hier seine Freude haben. Wer jedoch auf ein neues Spielgefühl wartet, der sollte lieber noch weiter warten.