[Review] The Secret World

The Secret World

Nun erscheint also mit The Secret World das bereits dritte MMO von Funcom, die sich bereits mit Age of Conan einen Namen machen durften und für ihre eher unkonventionellen Ideen bekannt sind. Auch diesmal wurden einige innovative Ansätze eingebaut, der offensichtlichste ist wohl zunächst das Setting: reale Städte unserer Welt mit einem Fantasy-Touch. Lest bei uns, ob und warum es sich lohnt, diesen Titel zu spielen.

Ein Krieg im Verborgenen

Zunächst beginnt ihr – wie in jedem Rollenspiel üblich – mit der Charaktererstellung. Also fix die Lieblingshaarfarbe ausgesucht, die Frisur sowie das Gesicht angepasst und den Körper mit ein paar Tattoos geschmückt. Doch als nächstes wählt ihr überraschenderweise nicht eure Klasse oder Rasse, sondern werdet lediglich gefragt, welcher Geheimgesellschaft ihr euch anschließen wollt. Davon gibt es drei und sie kämpfen gegeneinander auf der ganzen Welt. Ihr beginnt eure Reise abhängig von eurer gerade eben getroffen Wahl: Als Illuminate in New York, als Templer in London oder als Drache in Seoul. Allerdings hat eure Wahl kaum Einfluss auf euer Spielerlebnis, denn die Startgebiete unterscheiden sich kaum voneinander, sodass ein neuer Anfang mit einem weiteren Charakter lediglich kleinere Unterschiede bietet, die sich vor allem in der Philosophie des jeweiligen Geheimbundes manifestieren.

Doch als erstes seht ihr ein kurzes Video, das erklärt, wer ihr seid und warum ihr Fähigkeiten besitzt, die von den meisten Menschen nicht einmal verstanden würden. Danach geht es auch schon gleich los und eure erste Aufgabe lautet ganz simpel „Komm zum Hauptquartier“. Der Weg dorthin wird als Tutorial genutzt, in dem ihr die Grundlagen erlernt. Wie zum Beispiel Laufen, Ausrüsten, Missionen annehmen und verstehen, sowie natürlich das Kämpfen. Das funktioniert schon fast konservativ, wie in den heutigen MMORPGs üblich: Man kann bis zu sechs aktive und sechs passive Skills ausrüsten. Die aktiven werden dabei mit den zugewiesenen Zahlen auf der Tastatur oder per Mausklick aktiviert, wohingegen die passiven Fähigkeiten lediglich einige Boni geben.

Von Magie und Schrotflinten

Im Hauptquartier angekommen könnt ihr nun die ersten Skill- und Fähigkeitenpunkte vergeben, mit denen ihr den Grundstein für einen Magier, einen Fern- und/oder einen Nahkämpfer legt. Theoretisch kann man jedoch auch alles nach und nach erlernen und eine gewisse Mischung der Fähigkeiten ist sowieso am schlauesten. Ihr könnt nämlich bis zu zwei Waffen gleichzeitig tragen und stimmt dann für den optimalen Kampf die zwölf Skills auf eure Waffen ab. Nach einem Kampf sammelt ihr auch Erfahrungspunkte, die allerdings vorrangig dazu dienen, dass ihr in eurer Geheimgilde aufsteigt und so neue Fähigkeiten freischaltet.

Ein wirklich brauchbares Feature sind die schnell wechselbaren Builds. Zum Beispiel rüstet ihr euch mit einem Schwert und einer Schrotflinte aus, was gegen einige Gegner sehr stark ist, gegen andere wiederum fast nutzlos. Doch das ist nicht schlimm, denn man kann verschiedene Skillbuilds inklusive Ausrüstung speichern und mit nur wenigen Mausklicks wechseln um für jede Situation bereit zu sein. So wechselt ihr schnell zu Hammer und Pistole und unterstützt das ganze mit Chaosmagie. Oder aber ihr aktiviert eure Blutmagie um euch und eure Gruppenmitglieder etwas zu heilen. Für unterschiedliche Quests sind eben unterschiedliche Fähigkeiten gefragt.

Apropos Quests: Es gibt sieben Arten von Quests, die sich untergliedern in Story- und Actionquests, Instanzen- und PvP-Missionen, Erforschungs- und Sabotageaufträge, sowie die Sammelaufgaben. Wirklich notwendig, um im Spiel voranzukommen, sind dabei lediglich die Storyquests. Doch auch die anderen Missionen sollten beachtet werden, da sie unter anderem Skill- und Fähigkeitenpunkte als Belohnung mit sich bringen, die euch dann Zugang zu neuen oder verbesserten Skills und Fähigkeiten geben. Leider kann man pro Questtyp nur eine Aufgabe annehmen, was zwar bedeutet, dass man auf der einen Seite sein Logbuch nicht mit 30 und mehr Aufträgen überlädt, auf der anderen Seite jedoch zu unnötig langen Fußmärschen führt, denn Mounts oder sonstige Fahrzeuge gibt es nicht. Außerdem vergisst man auch ab und zu den einen oder anderen Questgeber, da man zuvor dran vorbeilaufen musste, da man gerade keinen Platz für diese Art von Mission hatte.

Mann gegen Mann oder Mann gegen Monster?

Für viele Spieler sind Instanzen das wichtigste PvE-Element in MMOs und auch in The Secret World wird damit nicht gegeizt: Fünf Spieler können sich zusammen schließen, um durch Instanzen zu streifen, die selten Trashmobs, dafür häufig starke Gegner aufweisen. Allerdings gibt es keinen Heiler per se, lediglich die Blutmagie bietet die Möglichkeit, Lebenspunkte zu regenerieren. Auch kann man gestorbene Charaktere nicht wiederbeleben lassen, sondern muss dafür Wiederbelebungspunkte benutzen.

Wer kein allzu großer Fan von PvE ist und trotzdem auf Online-Rollenspiele steht, wird sich vermutlich auf PvP stürzen. Auch dafür findet man im Spiel viele Möglichkeiten, die sich alle in zwei Arten von Schlachtfeldern gliedern lassen: Da gibt es einmal die kleineren Gebiete, in denen ihr zum Beispiel Capture the Flag nach altbekannten Abläufen spielt. Die anderen Gebiete sind im Vergleich dazu sehr groß und dort tobt ein ständiger Krieg zwischen den drei Fraktionen. Wer strategische Punkte erobert, bekommt dadurch nicht nur einen Vorteil in diesem Gebiet, sondern kann für die eigene Geheimgesellschaft auch noch wichtige Buffs ergattern.

Der letzte große Aspekt in The Secret World ist das Crafting, mit dem ihr euch selbst eure Ausrüstung zurecht schneidert beziehungsweise schmiedet. Die Materialien dafür werden entweder von Monstern gedroppt oder können durch Zerlegung von Items erstellt werden. Zunächst müsst ihr diese Materialien aufwerten, indem ihr fünf Stapel der gleichen Art zusammen legt. Dadurch könnt ihr die Qualität auf bis zu fünf Stufen erhöhen. Damit müsst ihr dann – ähnlich dem Minecraft-Prinzip – die Gegenstände im dazugehörigen Fenster nachbilden und noch ein Item-Kit hinzufügen. Je höher die Stufe dieses Item-Kits, desto besser ist auch eure ercraftete Ausrüstung.

Fazit

Es gibt nicht wirklich viel Negativs über The Secret World zu berichten: Die langen Laufwege sind nervig, aber dauern nicht ewig. Das Crafting ist am Anfang sehr kompliziert, aber nach einer gewissen Einarbeitungsphase geht auch das leicht von der Hand. Das selbe gilt für das Fähigkeitenrad, das zunächst unübersichtlich wirkt, sich jedoch schnell als perfekt herausstellt. Dazu gibt es eine wirklich dichte Atmosphäre, eine gute, wenn auch nicht herausragende Grafik und eine flüssige Engine. Außerdem noch ein wirklich interessantes und innovatives Setting. Das alles summiert sich zu einem wirklich guten Spiel, das über Monate und Jahre fesseln kann, wenn man sich denn darauf einlässt und Funcom und EA weiterhin daran arbeiten, denn derzeit ist der Endcontent etwas mau und die unterschiedlichen Fraktionen spielen sich doch zu ähnlich.

[Review] Jagged Alliance: Crossfire

Jagged Alliance: Crossfire

Bereits ein halbes Jahr nach dem Erscheinen von Jagged Alliance: Back in Action erscheint mit Crossfire ein Stand-Alone Add-On, das nicht einfach nur ein wenig Zusatzinhalt bietet, sondern tatsächlich mit richtig viel Stoff daher kommt. Neue Waffen, neue Gegenstände, viele neue Missionen und vor allem zehn neue Söldner sollen den Spieler nicht nur bei der Stange halten, sondern ihn stundenlang fesseln. Ob das gelingt, haben wir für euch gestestet.

„Rette mein Land, Geld spielt keine Rolle!“

Mit diesem Satz überfährt euch Banham Atigullah fast, nachdem ihr seinen Anruf entgegen genommen habt. Sein Land wurde von Jeniten übernommen und unser Profil passt genau auf die jetzt zu erledigenden Aufgaben: Khanpaa von den feindlichen Komberttanten befreien und den Anführer der feindlichen Armee, Jurjen Bolazwen, ausschalten. Dafür werden 30.000$ als Startkapital bereit gestellt, mit dem ihr die ersten beiden Söldner anheuern werdet. Zusätzlich bekommt ihr pro Tag einen gewissen Betrag auf euer Konto gut geschrieben, abhängig von der geleisteten Arbeit.

Nachdem das Finanzielle also klar ist, steht ihr auch schon am Rande einer Hafenstadt im Westen des Landes und beginnt euren Zug durch die zu befreienden, strategischen Punnkte des Landes – wie zum Beispiel ein Wasserwerk oder alte Tempelruinen. Immer wieder trefft ihr auf Einheimische, die ihr entweder anwerben könnt, damit sie die eroberten Gebiete vor umherstreifenden Jeniten verteidigen. Oder aber sie arbeiten als Händler und verkaufen Waffen, Monition oder Schutzkleidung. Und natürlich haben sie auch immer wieder kleine und große Aufträge für euch, die meistens darin bestehen, dass ihr Familien- oder Ordensmitglieder finden sollt oder verlorengegangene Gegenstände finden müsst. So kämpft ihr euch also durchs Land, stets auf der Suche nach den Anführer der Jeniten.

Hirnschmalz statt Muskelkraft

Wer den Vorgänger nicht gespielt oder schon wieder alles vergessen hat, sollte, bevor er sich ins Abenteuer stürzt, erst einmal das Tutorial durchspielen. Dabei lernt ihr nicht nur die Grundzüge, wie schießen oder Ausrüstung aufnehmen und benutzen, sondern auch erste kleine taktische Finessen. Wer jedoch Jagged Alliance: Back in Action gespielt hat, der findet sich sofort zurecht, denn die Spielmechanik ist absolut identisch mit dem Add-On.

Bereits der erste Stützpunkt zeigt, dass man mit wildem Geballer nicht weit kommt, denn in Häusern verschanzte Gegner machen Hackfleisch aus euren Söldnern, wenn ihr einfach frontal hinrennt, statt euren Grips zu benutzen. Sinnvoller ist es nämlich, wenn man sich einen Plan zurecht legt und sich anschleicht um zu meuchelmorden, Patroullienwege beobachtet, Wände wegsprengt um sich alternative Eingänge zu verschaffen oder einen Überraschungsangriff von einem Dach aus startet. Selten sind große Schießereien hilfreich, auch wenn sie sich manchmal nicht umgehen lassen.

Kommt es dann zu einem der zahlreichen Schusswechsel, hat man immer noch viel Möglichkeiten zum Nachdenken. Es gibt unterschiedliche Waffengattungen, wie Handfeuerwaffen, halb- und vollautomatische Gewehre, Scharfschützenwaffen, Messer und Säbel. Dazu kommen noch Granaten für jede Situation: Rauchgranaten, um Gegnern die Sicht zu vernebeln, Blendgranaten, um Häuser zu stürmen und Splittergranaten – für denn Fall, dass eine etwas grobere Herangehensweise gefragt ist. Hat man also die Waffe der Wahl ausgerüstet, visiert man als nächstes die Angriffsfläche an: Ein Kopftreffer verursacht den höchsten Schaden, hat jedoch eine geringere Trefferwahrscheinlichkeit als Torso und Beine. Dazu gibt es noch die unterschiedlichen Haltungen beim Schießen: Im stehen mit angelegter Waffe trifft man eher, als wenn man aus der Hüfte heraus schießt, ist dafür im Gegenzug auch etwas langsamer. Im Knien trifft man noch einmal besser, bewegt sich jedoch nur im Kriechgang vort und im Liegen hat man die beste Schussposition, ist jedoch nicht in der Lage, vor anstürmenden Gegnern davon zu rennen.

Neue Gebiete und Altlasten

Absolut neu ist das Setting, das euch diesmal nicht nur in Wüstenregionen versetzt, sondern auch schneebefallene Berge im Petto hat. Auf höchster Auflösung sieht man sogar Fußspuren im Schnee beziehungsweise im Sand, was jedoch leider keine Auswirkungen auf das Spiel an sich hat, denn Gegner ignorieren eure Fußspuren einfach. Trotzdem ist das alles sehr schön anzusehen und die Gebiete sind sehr abwechslungsreich gestaltet.

Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt, denn ein paar negative Aspekte gibt es trotzdem. Manchmal ist die KI einfach nur zum heulen: Manche Gegner tragen lediglich einen Säbel und keinerlei Schusswaffe, was bedeutet, dass sie einfach gerade auf euch zu rennen und hoffen, bei euch zu sein, bevor eure Kugeln sie durchlöchert haben, was gerade am Anfang mit schlechten Waffen gar nicht so unwahrscheinlich ist. Doch auch da gibt es eine einfach Taktik: Einer läuft weg, die anderen schießen.

Schnell nervend werden auch die Stimmen der eigenen Söldner, denn wenn man zum zehnten Mal innerhalb von fünf Minuten in schlechtem französischen Aktzent „Oh noe, isch ‚atte ge’offt, wir würden jetzt nischt auf sie treffèn!“ hören musste, dann stört das nur noch und trägt nicht zur Atmosphäre bei. Außerdem nutzen sich Waffen zu schnell ab, wodurch sie manchmal blockieren und in Schusswechseln dann kurzzeitig nicht feuern. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht in der Lage ist, sie zu reparieren, ist das sehr frustrierend. Trotzdem gibt es auch einige Verbesserungen im Vergleich zum Hauptspiel, wie zum Beispiel die verbesserte Loot-Funktion oder die KI, die trotz der eben genannten Kritik allgemein ein höheres Level erreicht hat.

Fazit

Mit 18 Missionen ist Jagged Alliance: Crossfire sogar etwas umfangreicher als das Hauptspiel. Außerdem gibt es einige Verbesserungen, die alle nett sind – doch leider nicht das, was sich Fans erhofft hatten. So sind die Menus immer noch sehr unübersichtlich gestaltet und eine Schnellspeicherfunktion vor größeren Schlachten gibt es auch nicht. Im Prinzip bekommt man mit dem Add-On das gleiche Spiel wie mit Back in Action, allerdings mit neuen Gebieten und alten Ärgernissen. Wer also das Hauptspiel mochte, der wird auch hier seine Freude haben. Wer jedoch auf ein neues Spielgefühl wartet, der sollte lieber noch weiter warten.

[Review] Rune Factory: Oceans

Rune Factory: Oceans

Erneut wagt sich mit Rune Factory Oceans ein Spiel auf eine nicht-Nintendo Konsole, welches das typische Spielprinzip von Harvest Moon mit kampfbetonten Dungeon-Erkundungen und neuerdings auch Meeresreisen verbindet. Ob dieses Spielprinzip aufgeht, erfahrt ihr im folgenden Test.

Zwei Seelen schlagen in meiner Brust

Die Geschichte unserer zwei Helden Sonja und Aden beginnt auf der ruhigen und beschaulichen Insel Fenith. Dort leben sie mit anderen Dorfbewohnern ein frohes, wenn auch eher langweiliges Leben, bis die beiden eines Tages von einem gemeinen Fluch getroffen werden, der sie in eine sehr fremdartige Version ihres Heimatdorfes versetzt. Außerdem verliert Sonja ihren Körper und lebt fortan im Körper des Jungen, was jedoch im Alternativ-Dorf niemanden zu wundern scheint. Überhaupt geschehen dort übernatürliche und magische Dinge am laufenden Band: In einer kleinen Zeremonie wird ein Samen für unsere Helden gepflanzt, doch der erwartete Baum erscheint nicht. Stattdessen tritt ein Pflanzengolem auf den Plan, der von nun an als Gefährte an der Seite unserer Helden lebt. Er dient als Boot, um das Meer zu überqueren oder als Kampfgefährte gegen Seeungeheuer.

Manchmal findet man sogar eine versunkene Insel auf dem Meeresgrund, die dann kurzerhand vom Golem heraufgeholt wird. Auf diesen Inseln müssen dann allerlei Abenteuer und Kämpfe bestritten werden. Doch das Hauptziel wird niemals aus den Augen verloren: Den Fluch brechen, Sonjas Körper zurückholen und selbstverständlich das eigene Landgut am Laufen halten.

Hey-ho, spann den Wagen an…

Bereits nach den ersten Minuten Spielzeit erkennt man sofort, dass sich Rune Factory Oceans im typischen Harvest Moon – Setting einbettet: Es gibt einen Tag- und Nachtzyklus, sowie Werktage und Wochenende. Feste werden an bestimmten Tagen gefeiert, Personen sind nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten anzutreffen, Freunde gewinnt man durch Geschenke, gute Gespräche oder durch Beschaffung bestimmter Gegenstände, die am schwarzen Brett ausgeschrieben werden. Später kann man sogar heiraten und eine Familie gründen. Dazu kommt, dass man das eigene Haus und Gut verbessern und aufrüsten kann, indem man Equipment auf dem Markt kauft. Dadurch kann man Gegenstände schmieden, Tränke brauen, Gerichte kochen und Einrichtungen schreinern, wodurch man zum Beispiel an Heiltränke oder Angelruten kommt, die man aus gekauften, gefunden oder selbst erzeugten Gegenständen herstellt.

Außerdem muss man noch das Ackerland bestellen, Monster füttern und natürlich die Rohstoffe wieder einsammeln. Diese Routineaufgaben nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, obwohl das bekannte und beliebte System stark vereinfacht wurde. Statt der zeitintensiven Arbeit mit sähen, wässern und Boden umgraben besitzt man nun einen magischen Zweig, der schnell alles sprießen lässt, was an diesem Ort angebaut werden kann. Außerdem können manche Monster einige Aufgaben übernehmen, was euch natürlich etwas Arbeit ersparrt, aber euch gleichzeitig auch mehr Zeit bringt, um nach Inseln, Schätzen und weiteren Monstern zu suchen.

Make peace, not war!

Die Kämpfe in Rune Factory Oceans finden in Echtzeit statt. Bei eurem Waffenequipment habt ihr Auswahl zwischen Schwertern, Äxte, Hämmern und Zauberstäben, die alle unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und unterschiedlich stark gegen unterschiedliche Monster sind. Außerdem könnt ihr verschiedene Moves erlenen, mit denen ihr mehr Schaden verursacht. Leider ist das alles jedoch nur ein Bonus, denn wer möchte, kommt mit jeder Waffe und reinem Button-Mashing durchs Spiel. Allerdings gibt es noch eine innovative Alternative zu den Kämpfen: Mit Hilfe einer speziellen Bürste, die man zum vorsichtigen streicheln fremder Monster benutzt, kann man sich mit diesen anfreunden und sie zu Gefährten machen. Diese gezähmten Monster verrichten dann – abhängig vom Monstertyp – verschiedenste Aufgaben im Spiel: Einige dienen als Kampfgefährten, andere geben als Zuchttier verschiedene Rohstoffe, wie zum Beispiel Wolle oder Milch, und wiederum andere arbeiten auf dem Feld. Dabei ist eure Aufgabe, die Monster immer wieder zu motivieren, indem ihr sie streichelt und mit Keksen füttert, denn nur ein glückliches Monster ist ein produktives Monster!

Ein weiterer großer Aspekt ist die Seefahrt: Während ihr auf dem Weltmeer unterwegs seid, trefft ihr auf Piraten und Seemonster, die erledigt werden müssen. Inseln werden gefunden und vom Meeresgrund heraufgeholt, woraufhin ihr diese Insel von Monstern befreit, ihre Schätze plündert und sie dann zu Ackerland umwandelt, denn komischerweise – oder vielleicht eher „magischerweise“ – wächst auf eurer Heimatinsel gar nichts. Neben den Inseln gibt es auch alte Tempelanlagen auf dem Meer, die euch in der Geschichte immer ein Stück weiter bringen und neben besonders starken Gegnern auch Informationen über den Fluch bereit halten.

Der Teufel steckt im Detail

Man kann nicht sterben. Es ist einfach nicht möglich, dass euch das zeitliche segnet, was wiederum bedeutet, dass es auch kein Game Over gibt. Ob das einem gefällt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen, aber irgendwie passt das zu dem Spiel. Dafür muss man jedoch auf seine Ausdauer achten, die durch Aktionen verbraucht wird und durch Schlaf regeneriert werden muss. Zu wenig Schlaf sorgt für Krankheit und Schlappheit, was euch bei euren Abenteuern hindern wird. Auch gibt es keine Speicherpunkte, lediglich im eigenen Haus kann man seinen Spielstand sichern. Jedoch kann man sich jederzeit per Knopfdruck in seine eigenen vier Wände teleporiteren lassen.

Grafisch ist Rune Factory Oceans nicht auf dem höchsten Stand der Technik und man merkt sehr stark, dass das Spiel für die Wii konzipiert und dann lediglich für die PlayStation 3 etwas aufpoliert wurde. Natürlich gibt es putzige und liebevolle Menschen und Monster in bunten Farben, doch alles wirkt etwas detailarm und kantig. Dafür sind die im Animestil gehaltene Zwischensequenzen sehr gut gezeichnet und tragen sehr gut zur Geschichte bei. Auch die Move-Steuerung sei kurz erwähnt: Sie funktioniert sehr ordentlich und erneut merkt man, dass das Spiel eben für die Wii entstanden ist. Doch ist Move lediglich optional und absolut nicht notwendig um das komplette Spielgefühl zu erlangen.

Fazit

Was hat Rune Factory Oceans also zu bieten? Es kommt daher mit vielen Routineaufgaben, wenig Action, einem sehr gemäßigtem Spieltempo und einer sich sehr langsam entwickelnden Story. Im Vergleich zu seinem Vorgänger wurde das Kampfsystem verbressert und dafür der landwirtschaftliche Aspekt etwas zurückgeschraubt. Für einen Action-Titel reicht das alles nicht, doch wer auf Harvest Moon steht und sich auf das Spielprinzip einlassen kann, der wird definitiv Freude haben, denn Suchtpotential ist genug vorhanden.

[Review] Hybrid

Hybrid

Wir schreiben das Jahr 2031: Ein Meteorit apokalyptischen Ausmaßes kracht auf die Erde und tötet mehrere Milliarden Menschen. Doch als ob das noch nicht genug wäre, wird ein Großteil der wenigen Überlebenden von einem außerirdischen Virus befallen, der sich auf dem Gestein aus dem All befand, woraufhin eine neue Rasse, genannt Variant, entsteht: Halb Mensch, halb Alien – ein Hybrid. Sechs Jahre später starten die Variant eine globale Offensive gegen die restliche Menschheit. Von nun an gibt es Krieg, wobei die menschliche Seite von den sogenannten Paladin verteidigt wird, die sich mit allen Mitteln gegen die Hybrid-Rasse zu wehren versuchen. An diesem Punkt beginnt das Spiel und stellt euch gleich vor die wichtigste Entscheidung: Paladin oder Variant? Wie ihr euch auch entscheidet, von jetzt an seid ihr Teil eines weltweiten Krieges gegen den von euch selbst gewählten Feind.

Routine oder Innovation?

Heutzutage muss jeder gute Shooter ein paar obligatorische Features eingebaut haben, die zwar erwartet werden, jedoch lediglich wie Routine wirken: Ein breites Waffenarsenal ist ein Muss, Granaten überraschen niemanden mehr, ein gut funktionierendes Deckungssytem ist Pflicht und selbst Jetpacks gehören schon fast zum Alltag. Und obwohl Hybrid das alles vereint, geht es doch neue Wege.

Das Fortbewegungssystem ist komplett anders als in den sonstigen Shootern, denn statt über weitläufige Arsenale zu rennen, zu laufen oder zu schleichen, gibt es lediglich überall verteilt kleine Inseln, die entweder auf dem Wasser schwimmen oder in der Luft schweben. Ihr bewegt euch fast nur via Jetpack, mit dem man sich von Plattform zu Plattform hangelt. Allerdings fliegt ihr nicht selbst, sondern visiert lediglich die nächste Insel an und kommt dann per Knopfdruck automatisch dort hin, könnt jedoch mitten im Flug das Ziel ändern, sollten die Gegebenheiten dies erfordern. Das hat den Vorteil, dass ihr euch beim Schweben komplett auf das Kampfgeschehen fokussieren könnt: Ein eingebauter Booster, sowie die Möglichkeit auch im Flug zu schießen, sorgen für einige taktische Finessen, jedoch seid ihr auch ein leichteres Zeil für feindliche Kombattanten, also ist sinnloses Herumspringen nicht unbedingt geraten.

Auf den Plattformen selbst gibt es fast überall Mauerwerk und andere Deckung, die als Schutz dienen. Seid ihr also gelandet, gilt es sich schnellstens hinzuhocken, die feindlichen Stellungen zu identifizieren und loszufeuern. Dabei führen bereits einfachste taktische Maßnahmen zum Erfolg: Während ein Mitkämpfer euch Feuerschutz gibt, fliegt ihr zu einer von Feinden besetzten Plattform, benutzt die Mauer als Deckung, die bereits auf der anderen Seite von Gegnern okkupiert wurde und schießt halbblind über diese Mauer, während eure Alliierten nachrücken.

Taktik, Taktik, Taktik

Das ganze Spiel ist voll mit taktischen Entscheidungen. Es beginnt bereits am Anfang einer neuen Map, denn dann müsst ihr euch für eine Waffe sowie für eine Fähigkeit entscheiden. Am Ende einer Partie bekommt ihr Erfahrungspunkte, mit denen ihr neue Waffen und Fähigkeiten freischaltet, beziehungsweise diese verbessert. Dabei bleibt es euch vollkommen selbst überlassen, was und wann ihr etwas freischalten wollt. Und die Möglichkeiten sind gar nicht mal so gering: Maschinengewehre, Sturmgewehre, Shotguns, Scharfschützengewehre und Pistolen, sowie ein paar ungewöhnlichere Waffen komplettieren das Arsenal. Ähnlich wie in Halo kann man sich eine Fähigkeit aussuchen, die dann für die aktuelle Map zur Verfügung steht: Das Tragen von Granaten, die Fähigkeit, Gegner auch durch Mauern sehen zu können oder Munition, die kurzzeitig mehr Schaden verursachen kann, sind nur einige Beispiele. Diese Fähigkeiten brauchen nach dem Benutzen einige Zeit, um sich wieder aufzuladen und einsatzbereit zu sein.

Ein weiteres taktisches Element sind die Drohnen, die man mit Killstreaks freischalten kann. Nach einem, drei und fünf Kills bekommt man einen solch selbstständig agierenden Begleiter, der euch entweder folgt oder im Suchmodus Feinde ausfindig macht und diese angreift. Zerstört ihr gegnerische Drohnen, erhöht das ebenfalls eure Killstreak, doch das gilt natürlich auch umgekehrt, wodurch sich interessante Fragen auftun: Ist es gerade sinnvoll, meine Drohne umherfliegen zu lassen, wodurch ich eventuell dem Gegner einen Free-Kill schenke? Oder sollte ich sie bei mir lassen, was jedoch dazu führen kann, dass die anfliegenden Feinde nicht nur einen, sondern gleich zwei Kills bekommen.

Die Philosophie von Hybrid ist dabei sehr klar gehalten: Actiongeladene Kämpfe stehen im Mittelpunkt, taktisches Geplänkel ist trotzdem ein großer Aspekt des Spiels. Die verschiedenen Modi reihen sich perfekt in diese Philosophie ein, denn egal ob man sich in einem Team-Deathmatch befindet, verschiedene Zonen erobern beziehungsweise verteidigen muss oder einen anderen Modus ausprobiert – Action und taktisches Kalkül kommen nie zu kurz.

Weite Welt ist weltweit

Die Geschichte rund um Hybrid spielt nicht einfach nur weltweit – nein, die Entwickler haben den Begriff „weltweite Offensive“ wortwörtlich verstanden. Es gibt nur einen einzigen, weltweiten Server. Gegliedert in einzelne Gebiete kämpft man sich also rund um die Welt und sammelt nicht nur für sich selbst Punkte, sondern auch für die eigene Rasse. Nachdem man sich nämlich für eine der beiden Fraktionen entschieden hat, möchte man die Schlacht, die auf dem ganzen Erdenrund tobt, auch gewinnen. Wird ein neues Gebiet erobert, bekommt diese Rasse zwei Dunkle Materie, erobert man ein Gebiet, das bereits der anderen Fraktion gehört, bekommt man eine Dunkle Materie. Hat eine Rasse nun 100 Dunkle Materie gesammelt, gewinnt sie die aktuelle Saison und alles beginnt von vorne.

Ein paar wenige negative Aspekte gibt es leider trotzdem zu erwähnen. So leidet die Balance im Spiel etwas, denn obwohl die Waffen größtenteils ungefähr gleichstark sind, kann man sich einen Vorteil erarbeiten, indem man schon früh eine Waffe findet, mit der man gut zurecht kommt und diese verbessert. Jemand, der erst alle Waffen freischaltet, hat natürlich einen Nachteil. Das mag nicht allzu unfair sein, doch was auf jeden Fall an Unfairness grenzt, sind manche Fähigkeiten im Vergleich zu anderen. Hat man nämlich zum Beispiel das Teleportieren von Deckung zu Deckung freigeschaltet, wird man auf andere Fähigkeiten kaum zurückgreifen. Natürlich versucht man das mit unterschiedlich langen Cooldowns auszugleichen, doch ändert das nicht wirklich was an der unterschiedlichen Stärke der Fähigkeiten.

Ein wirklich großes Problem sind jedoch die Serverprobleme, die sich seit dem Release zwar kontinuierlich verbessert haben, jedoch immer noch stark ins Spielgeschehen eingreifen. So ruckelt Hybrid manchmal einfach, wenn zu viele Mitspieler auf derselben Map sind. Das Matchmaking sucht ganz gerne über fünf Minuten lang nach einem Match und selbst wenn dann eines gefunden wurde, bedeutet das nicht, dass die Connection auch stabil läuft. Oftmals bleibt nichts anderes übrig, als sich erneut einzuloggen und die Suche von vorne beginnen zu lassen.

Fazit

Mit Hybrid hat 5th Cell definitiv ein innovatives Spiel auf den Markt gebracht, das sich in keiner Weise vor den großen Konkurrenten verstecken muss. Natürlich wird das Fehlen einer Kampagne viele Casual-Spieler abschrecken, doch wer darauf verzichten kann, bekommt wirklich actionreiche Kämpfe, ein gutes Erfahrungssystem, sowie ein großes Waffenarsenal, das jeder Spielweise gerecht wird. Dazu kommt eine gute Portion an Taktik, die man zunächst gar nicht so erwartet. Wenn die Serverprobleme behoben werden und hier und da etwas an der Balance gefeilt wird, kann sich Hybrid mit Sicherheit auch langfristg auf den Xboxen auf der ganzen Welt halten.