71: Cuphead – Das Dark Souls des verschenkten Potenzials

Haben die denn noch alle Tassen im Schrank? Erik und Tim haben Cuphead gespielt und hatten – im Gegensatz zum Rest der Videospielwelt – nicht die größte Freude daran. Woran das liegt, könnt ihr in der neuesten Folge unseres Podcasts erfahren.

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[Review] NieR: Automata

Entwickler: Platinum Games
Publisher: Square Enix
Plattform: PlayStation 4 (Testplattform), PC
Release: 7. März 2017 (PlayStation 4), 17. März 2017 (PC)

Wir müssen sterben, um Götter zu werden

Es gibt Menschen, die auf die Frage „Wie konsumierst du Ramen?“ mit „Ich zerkleinere den Nudelblock mit einem gezielten Handkantenschlag, schiebe ihn mir in den Mund, trinke einen Liter kochendes Wasser und schnupfe danach das Gewürzpulver mit einem Tausend-Yen-Schein“ antworten würden. Yoko Taro ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine dieser Personen.

Der japanische Video Game Director ist einer der Punk-Rock-Stars der fernöstlichen Videospielindustrie. Ein Mann, der die Lore vor das Polishing stellt. Ein Mann, der unperfekte Spiele bevorzugt, so lange sie etwas zu sagen haben. Ein Mann, der die Ereignisse rund um 9/11 als Inspiration für ein Spiel genommen hat, welches gleichzeitig die kanonische Fortsetzung von Drakengards Joke-Endings ist. Ein Mann, der für sein neuestes Werk ein Theaterstück namens „YoRHa“ schrieb, um die Vorgeschichte zu Nier: Automata zu erzählen.

Sowohl sein Drakengard-Franchise als auch Nier waren Nischentitel in Reinkultur, denen finanzieller Erfolg und positive Kritikerwertungen verwehrt blieben. Nichtsdestotrotz hat sich über die Jahre eine treue Fangemeinde gebildet, die seine Spiele trotz ihrer Mängel in den höchsten Tönen lobt – vielleicht oder gerade weil sie Ausnahmewerke sind.

In Anbetracht Taros holpriger Vergangenheit in der Industrie ist es keine Selbstverständlichkeit, dass wir sieben Jahre nach Nier in den Geschmack von Nier: Automata gekommen sind. Yosuke Saito, Executive Producer bei Square Enix, der unter anderem an Dragon Quest X und XI arbeitete, wollte unbedingt ein Spiel mit Yoko Taro entwickeln und drohte der Firma, sie zu verlassen, sollte ihm dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Square Enix sagte leicht widerwillig – unter der Bedingung, dass der neue Titel unbedingt qualitativ hochwertiger als Taros vergangene Werke sein müsse – zu. Glücklicherweise haben sich Platinum Games, die ihre Expertise bereits mit Titeln wie Bayonetta und Metal Gear Rising: Revengeance unter Beweis gestellt haben, angeboten, Nier: Automata zu entwickeln – nicht zuletzt, weil sie große Fans des Originals waren.

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[Review] Vanquish

Entwickler: Platinum Games
Publisher: SEGA
Plattform: Xbox 360, Playstation 3, PC (Testplattform)
Release: 19. Oktober 2010 (Konsolen), 25. Mai 2017 (PC)
Das Spiel wurde uns von der GameStar zur Verfügung gestellt.

Es gibt so eine Reihe von Spielen, die spätestens seit ihrem Release, wenn nicht gar schon weit vorher, primär aus einem bestimmten Grund thematisiert werden. The Last of Us und Uncharted gehören dazu, ebenso Red Dead Redemption, und viele weitere Titel, die alle ein Merkmal verbindet: es gibt keine PC-Version von ihnen. Vor allem jene nicht eben kleine Gruppe von Spielern, die sich eher mit einer glühenden Stricknadel ihre Hardware-Spezifikationen in den Oberkörper einkerben ließen, bevor sie sich eine Konsole zulegen, fordert lautstark und mit beeindruckender Beharrlichkeit einen Port, der aber nie kommt.

Nie? Oh, doch. Da hat SEGA neuerdings nämlich ein Wörtchen mitzureden. Erst im April beschenkten sie die verdutzte Spielerschaft mit der Wiederveröffentlichung des ersten Bayonetta, auf Konsolen immerhin schon sieben Jahre alt. Träume können wahr werden. Die Fans reagierten mit großer Dankbarkeit und riefen in grenzenloser Zufriedenheit: “Nice. Aber jetzt bitte noch Vanquish!” Ja, Vanquish. Das “andere” Platinum-Spiel von 2010. Der Kult-Shooter, über den wir alle wussten, dass wir ihn unbedingt mal hätten gespielt gehabt haben sollen.

Ob Platinum nach der Einstellung von Scalebound auf diese Weise daran erinnern wollten, dass sie’s draufhaben, oder ob jemand bei SEGA einfach gemerkt hat, wie kinderleicht es sein kann, Geld zu verdienen – auch dieser Wunsch wurde erfüllt. Noch größer war der Jubel, denn speziell mit dem Genre der Shooter tut sich ein großer Teil der Community auf Konsolen bis heute schwer.

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